Diese winzigen Landmassen besitzen einen immensen strategischen Wert.
Wenn globale Konflikte endlich zur Ruhe kommen, versammeln sich Diplomaten üblicherweise, um ein formelles Friedensabkommen zu unterzeichnen.
Die meisten Menschen gehen davon aus, dass diese alten Grenzen bereits vor Jahrzehnten festgelegt wurden.
Doch eine massive Pattsituation aus jener Zeit schwelt bis heute, die zwei Großmächte rechtlich in einem vergessenen Krieg gefangen hält.
Ein eingefrorener Konflikt
Während die Welt den aktuellen Krieg in der Ukraine beobachtet, führt Russland weiterhin stillschweigend einen diplomatischen Kampf mit Japan. Die beiden Nationen unterzeichneten nie einen Friedensvertrag zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs.
Die Blockade bildet eine Kette von 56 kleinen Landmassen im Pazifischen Ozean, die Kurilen genannt werden. Sie bilden eine lange, felsige Brücke, die sich zwischen Russland und Japan erstreckt. Beide Seiten beanspruchen sie, wie Onet berichtet.
Laut historischen Aufzeichnungen, die von Wikipedia zitiert werden, kartierten niederländische und russische Entdecker das Gebiet bereits vor Jahrhunderten. Die Kontrolle über die Vulkankette wechselte seither immer wieder zwischen Tokio und Moskau. Sie blieb nie lange vollständig in einer Hand.
Spiel mit Worten
Sowjetische Truppen besetzten den gesamten Archipel am Ende des globalen Konflikts im Jahr 1945. Während einer großen Friedenskonferenz im Jahr 1951 gab Japan seinen Anspruch auf die Kurilen offiziell auf.
Doch es gibt einen entscheidenden Haken. Japanische Beamte argumentieren, die vier südlichsten Inseln seien tatsächlich japanisches Stammgebiet. Sie bestehen darauf, diese spezifischen Orte seien überhaupt nicht Teil der Kurilenkette.
Da sowjetische Diplomaten diesen spezifischen Vertrag ohnehin nie unterzeichneten, entstand durch die rechtliche Lücke eine dauerhafte Pattsituation. Ein vielversprechender diplomatischer Durchbruch schien in den späten 1990er Jahren greifbar. Dann wechselte die russische Führung, und die Tür schlug zu.
Ressourcen und Raketen
Diese winzigen Landmassen besitzen einen immensen strategischen Wert. Ihre Kontrolle verschafft der russischen Marine einen völlig sicheren Zugang vom Ochotskischen Meer in den Pazifischen Ozean.
Die umliegenden Gewässer sind zudem reich an wertvollen Ressourcen. Laut einem Finanzbericht von Bloomber entdeckten Energieunternehmen dort im Jahr 2016 riesige Ölfelder, was die bereits in der Nähe laufenden massiven Erdgasförderungen ergänzt.
Die Spannungen erreichten kürzlich einen Siedepunkt, nachdem Tokio die Ukraine massiv mit militärischer Ausrüstung unterstützte. Japanische Führer bezeichnen die Inselkette nun öffentlich als illegale Besetzung.
Laut einer Analyse der Forscherin E. Potocka, veröffentlicht auf Rp.pl, befürchte Moskau zutiefst die Rückgabe des Landes. Russische Führer vermuteten, jede Landübergabe würde es dem amerikanischen Militär lediglich ermöglichen, Raketensysteme direkt an ihrer Seegrenze zu installieren. So setzt sich die Pattsituation fort.
Quellen: Onet, Rp.pl, E. Potocka, Wikipedia, Bloomber