U-Boot-Einsätze während des Kalten Krieges stellten die Kommunikation unter der Meeresoberfläche vor große Herausforderungen. Eine ungewöhnliche sowjetische Geschichte tauchte später in einem amerikanischen Geheimdienstdokument auf.
Ein Dokument der Defense Intelligence Agency aus dem Jahr 1975 beschreibt ein Experiment, das nach Angaben des sowjetischen Wissenschaftlers Pavel Naumov um 1956 stattgefunden haben soll, wie HistorieNet berichtet.
Mit dem Versuch sollte Berichten zufolge untersucht werden, ob eine unerklärliche biologische Verbindung zwischen einem Muttertier und seinem Nachwuchs auch über große Entfernungen hinweg bestehen bleiben könnte. Falls eine solche Verbindung existierte, könnten die Forscher darin eine mögliche Lösung für das anhaltende Problem gesehen haben, mit U-Booten zu kommunizieren, solange diese unter Wasser blieben.
Naumov zufolge wurde eine Kaninchenmutter in einem Labor an Land gehalten, während ihre neugeborenen Jungen an Bord eines getauchten U-Bootes der sowjetischen Marine gebracht wurden. Die Forscher brachten Elektroden an dem erwachsenen Tier an, um dessen Gehirnaktivität zu überwachen. Anschließend wurden die Jungtiere an Bord des U-Bootes nacheinander getötet. Naumov behauptete, dass sich zu den entsprechenden Zeitpunkten Veränderungen in den Messwerten der Mutter gezeigt hätten.
Die angeblichen Reaktionen wurden als mögliche telepathische Verbindung interpretiert. Das Dokument lieferte jedoch keine Belege dafür, dass die aufgezeichneten Reaktionen tatsächlich auf Telepathie hindeuteten.
In den 1950er-Jahren entwickelten sowohl die Sowjetunion als auch die Vereinigten Staaten U-Boote, die wesentlich länger unter Wasser bleiben konnten. Dadurch wurde die Kommunikation mit ihnen zu einer wachsenden Herausforderung.
Dies war einer der Gründe, weshalb Forscher an Methoden interessiert waren, mit denen sich Nachrichten oder Signale an ein U-Boot übermitteln ließen, ohne dass es auftauchen musste.
Kommunikation unter Wasser erforderte Kompromisse
Meerwasser absorbiert Funkenergie schnell, weshalb die Kommunikation mit einem U-Boot unter der Wasseroberfläche wesentlich schwieriger war als das Senden einer gewöhnlichen Funknachricht. Das US Naval History and Heritage Command weist darauf hin, dass Signale im sehr niedrigen Frequenzbereich, sogenannte VLF-Signale, genutzt werden konnten, um getauchte U-Boote zu erreichen. Das System war jedoch mit praktischen Einschränkungen verbunden.
Für den Empfang von VLF-Nachrichten konnten lange Schleppantennen erforderlich sein. Dies beeinflusste sowohl die Manövrierfähigkeit eines U-Bootes als auch die Tiefe, in der es sich aufhalten konnte, während der Kontakt aufrechterhalten wurde. Das System verfügte zudem nur über eine begrenzte Bandbreite und eignete sich daher eher für kurze Anweisungen als für die Übertragung großer Informationsmengen.
Signale im extrem niedrigen Frequenzbereich, sogenannte ELF-Signale, konnten U-Boote in größeren Tiefen erreichen, doch dieser Vorteil war mit Nachteilen verbunden. Daten konnten nur sehr langsam übertragen werden, sodass sich ELF eher für kurze Nachrichten als für eine detaillierte Kommunikation eignete.
Ein Bericht des US Department of Defense für das Haushaltsjahr 1986 erklärte, die Technologie solle die Notwendigkeit verringern, U-Boot-Antennen an oder nahe der Wasseroberfläche zu halten. Dadurch erhielten die Besatzungen mehr Freiheit, in größeren Tiefen zu bleiben und dennoch Nachrichten empfangen zu können. Das vollständige US-amerikanische ELF-Netzwerk mit zwei Standorten nahm 1989 den vollständigen Betrieb auf.
Quellen: HistorieNet; US Naval History and Heritage Command; US Department of Defense FY1986 Annual Report; Bericht der US Defense Intelligence Agency aus dem Jahr 1975