Der Winter bringt normalerweise eisige Winde und starken Schneefall auf die Berghänge „down under“.
Laut The Guardian haben jüngste Wettermuster die normalen Erwartungen zur Jahresmitte für viele Outdoor-Fans komplett auf den Kopf gestellt.
Matsch auf den Pisten
Die Skigebiete erlebten einen unglaublichen Hitzeschub. Laut The Guardian stiegen die Tagestemperaturen in New South Wales und Victoria um bis zu 12 °C über die typischen saisonalen Durchschnittswerte.
Die Hitze war extrem. Touristen befuhren die Pisten tatsächlich in leichter Kleidung. Die lokale Skifahrerin Laura Gray besuchte Mount Hotham am Wochenende und bemerkte, dass Leute in T-Shirts Ski fuhren.
„Es fühlte sich ziemlich bizarr an und ich musste mich immer wieder daran erinnern, dass es noch Mitte Juli und nicht Frühling war“, sagte sie.
Unter der strahlenden Sonne verwandelte sich der Schnee schnell in Matsch. Ohne künstliche Beschneiungsanlagen wäre Skifahren unmöglich gewesen.
Alte Rekorde gebrochen
Daten des australischen Wetteramtes (Bureau of Meteorology) bestätigten, dass langjährige Wärmerekorde in der gesamten Region fielen. Mount Hotham erreichte eine sengende Höchsttemperatur von 12 °C. Dies übertraf seinen früheren Rekord von 8,7 °C aus dem Jahr 1994 mehrfach innerhalb eines Monats.
Auch in Falls Creek stiegen die Quecksilberwerte auf 13 °C, weit über sein typisches Juli-Maximum von 1,2 °C. Derweil brachen nahegelegene Orte wie Thredbo, Cabramurra und Mount Buller nächtliche Hitzerekorde.
Dr. Andrew Watkins, Klimawissenschaftler beim Climate Council, der in Mount Hotham Ski fuhr, äußerte seine tiefe Verwunderung über den plötzlichen Anstieg. „Man erwartet nicht, dass über 30 Jahre alte Temperaturrekorde um zwei oder drei Grad gebrochen werden. Das ist ziemlich phänomenal“, sagte er.
Wärmere Winter voraus
Wetterexperten erklärten, dass ein langsam ziehendes Hochdrucksystem warme Luft über dem Hochland einschloss. Dies führte zu einer Temperaturinversion, die die Berggipfel deutlich wärmer hielt als die tiefer gelegenen Gebiete. In Kombination mit einem aktiven El-Niño-Muster blieben die Bedingungen trocken.
Der Wettervorhersager des Amtes, Angus Hines, warnte, dass diese ungewöhnlichen Hitzespitzen ernsthafte langfristige Herausforderungen für den alpinen Sport auf dem gesamten Kontinent aufzeigen. Kühlere Phasen könnten kurze Schneeschauer bringen. Dennoch deuten Prognosen darauf hin, dass warme Luft schnell zurückkehren wird, was den lokalen Skigebieten eine deutliche Warnung vor einem sich ändernden Klima hinterlässt.
Für Berggemeinden könnten Winterurlaube nie wieder so sein wie früher.
Quellen: The Guardian