China zieht im Stillen die Zügel in seiner Beziehung zu Russland an.
Wenn eine Partnerschaft rein auf Zweckmäßigkeit beruht, können sich die Machtverhältnisse im Handumdrehen ändern.
Jahrelang übte ein großer globaler Akteur totale Autorität über seine Verbündeten aus.
Nun zeigen sich Risse, und ehemalige Untergebene beginnen, ihre eigenen Regeln aufzustellen.
Verschiebung des Gleichgewichts
China zieht im Stillen die Zügel in seiner Beziehung zu Russland an. Die subtilen Veränderungen zeigen sich nicht in großen politischen Reden, sondern in den harten Details von Handel und Infrastruktur.
Laut O2 unter Berufung auf den EUobserver, hat die chinesische Regierung dem Kreml einen „doppelten Schlag“ versetzt. Peking nutzt sein wirtschaftliches Gewicht, um wichtige russische Projekte zu blockieren.
Ein Hauptziel ist die Arktis. Berichten zufolge hat China die Lieferungen von Marineantriebssystemen eingestellt, die Moskau dringend für seine Nördliche Seeroute benötigt.
Blockade der Pipeline
Der Druck reicht tief in den Energiesektor hinein. Die riesige Gaspipeline Power of Siberia 2 ist derzeit praktisch eingefroren.
Dieses Projekt sollte jährlich 50 Milliarden Kubikmeter Gas pumpen. Stattdessen fordern chinesische Verhandlungsführer Tiefstpreise, die denen entsprechen, die russische Bürger vor Ort zahlen.
Lucas weist darauf hin, dass Peking hier alle Trümpfe in der Hand hält. China kann seine Energie problemlos aus anderen Ländern beziehen. Russland hingegen steht vor einer harten Frist im Jahr 2027, wenn die Pipeline-Exporte in die Europäische Union endgültig eingestellt werden.
Nachbarn nehmen Notiz
Während Moskau abgelenkt ist, wagen sich kleinere Nationen in der Region vor. Kasachstan hat laut der Analyse des EUobserver kürzlich die Einfuhr bestimmter russischer Weizensorten blockiert.
Unterdessen hat der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev öffentlich seine Unterstützung für die Ukraine bekundet. Die diplomatische Botschaft war eindeutig.
Auch Armenien umgeht Moskau. Es treibt eine neue Eisenbahnverbindung zur Türkei und nach Aserbaidschan voran. Dies geschieht trotz Verzögerungen durch russische Behörden, die genau dieses Schienennetz offiziell verwalten.
Eine wachsende Abhängigkeit
Der umfassendere finanzielle Druck drängt den Kreml in die Enge. Ein kürzlich erschienener Bericht von The Economist hob hervor, wie westliche Sanktionen Moskau fast vollständig von Peking abhängig machen.
Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien verschärfen die Lage. Tatsächlich könnte Moskau bald gezwungen sein, Grundbrennstoffe von seinem östlichen Nachbarn zu importieren.
Und während Peking behauptet, neutral zu sein, liefert es weiterhin wichtige Mikroelektronik und Industriewerkzeuge. Diese Lieferungen halten die russische Militärmaschine am Laufen.
Quellen: O2, EUobserver, The Economist