Startseite Krieg Ist Russland wirklich doppelt so gefährlich? Putins Gerichte verdoppeln Terrorismus-Verurteilungen

Ist Russland wirklich doppelt so gefährlich? Putins Gerichte verdoppeln Terrorismus-Verurteilungen

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In 15 separaten Fällen verhängten Richter lebenslange Haftstrafen.

Wenn die Räder eines Justizsystems plötzlich schneller drehen, wirken sich die Folgen auf unzählige Leben aus.

In ganz Russland verhängen Gerichte harte Strafen in einem Tempo, das Beobachter seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben.

Die weitreichenden Anklagen erfassen mehr Menschen als je zuvor.

Rekordzahlen

Im Jahr 2025 befanden russische Richter 2.078 Personen wegen Terrorismus nach verschiedenen Artikeln des nationalen Strafgesetzbuches für schuldig. Dies stellt einen massiven Sprung gegenüber dem Vorjahr dar.

Im Jahr 2024 verurteilten Gerichte 1.021 Personen wegen genau derselben Anklagen, wie LV berichtet. Die neue Gesamtzahl stellt die höchste Anzahl von Terrorismus-Verurteilungen dar, seit der aktuelle Rechtsrahmen im Jahr 1996 in Kraft trat.

Die Zahlen stammen nicht von der Regierung. „First Division“, eine prominente Menschenrechtsorganisation, arbeitete eng mit Forschern von „Parubets Analytics“ zusammen, um das wahre Ausmaß des Vorgehens zu berechnen.

Fakten aufspüren

Die Zusammenstellung dieser Zahlen erwies sich als schwierige Aufgabe. Die Justizabteilung des Obersten Gerichts beschloss stillschweigend, keine offiziellen Statistiken für das Jahr 2025 zu veröffentlichen.

Um das Schweigen zu umgehen, baute „First Division“ eine eigene Datenbank auf, die auf offenen Quellen basiert. Das Team verbrachte Monate damit, Gerichtsakten, offizielle Pressemitteilungen und lokale Nachrichtenberichte zu sichten, um die Ergebnisse zu verfolgen.

Ihre endgültige Zählung verzeichnete mindestens 1.776 spezifische Urteile, die im Laufe des Jahres ergangen sind. Die Gerichte beschuldigten Personen am häufigsten der Anstiftung, Rechtfertigung oder Verbreitung von Terrorismus. Allein diese weit gefasste Kategorie erfasste 889 Personen.

Im System gefangen

Die weitreichende Rechtskampagne hat sich stark gegen Ausländer gerichtet. Die Daten zeigen, dass mindestens 630 der neu verurteilten Personen die ukrainische Staatsbürgerschaft besitzen.

Diese Gruppe besteht nicht nur aus Soldaten. Sie umfasst sowohl gefangene Kriegsgefangene als auch gewöhnliche Zivilisten, die in das rechtliche Fangnetz geraten sind.

Andere Beobachter stimmen überein, dass die Gerichte politische Gegner bestrafen. Vertreter der Menschenrechtsgruppe „Memorial“ untersuchten die Daten. Sie fanden in 929 Fällen, was 45 Prozent der Gesamtzahl entspricht, deutliche Anzeichen politischer Verfolgung.

Harte Realität

Rechtsexperten und Forscher weisen darauf hin, dass russische Behörden diese Terrorismus-Anklagen nun mit der gleichen Schwere wie Hochverrat behandeln. Die Strafen lassen kaum Spielraum für Milde.

Mehr als die Hälfte der Personen, deren Strafen öffentlich bekannt sind, werden zwischen 15 Jahren und dem Rest ihres Lebens in einer Gefängniszelle verbringen.

In 15 separaten Fällen verhängten Richter lebenslange Haftstrafen. Das System verfolgt auch Kinder. Die jüngste verurteilte Person ist erst 14 Jahre alt.

Quellen: LV, LETA