Ähnliche Umrisse können wesentliche Unterschiede verbergen. Form, Verbreitungsgebiet und Verhalten liefern die zuverlässigsten Hinweise.
Ein dunkler Umriss am Ufer eines Flusses lässt sich möglicherweise nur schwer erkennen, bevor das Tier ins Wasser gleitet. Beide Tiere besitzen gepanzerte Körper, kräftige Schwänze und für die Jagd ausgelegte Kiefer – dennoch sind sie nicht dasselbe.
The Daily Express berichtet, dass Alligatoren und Krokodile zur Ordnung der Krokodile (Crocodilia) gehören, sich jedoch in Aussehen, Verbreitung und bevorzugtem Lebensraum unterscheiden.
Am besten beginnt man mit dem Kopf. Ein Alligator hat eine breite, abgerundete Schnauze, mit der er genügend Kraft aufbringen kann, um harte Schalen zu knacken. Die unteren Zähne sind bei geschlossenem Maul größtenteils nicht sichtbar, da sie in Aussparungen im Oberkiefer passen.
Krokodile haben eine markantere Maulpartie. Zähne aus Ober- und Unterkiefer bleiben auch bei geschlossenem Maul häufig sichtbar, und die Schnauze läuft in der Regel spitzer zu. Diese Form eignet sich besonders zum Fangen von Fischen und anderer schnell beweglicher Beute.
Die Färbung kann ebenfalls bei der Bestimmung helfen, ist jedoch weniger aussagekräftig als die Form des Kiefers. Alligatoren sind meist dunkelgrau oder nahezu schwarz. Olivgrüne, sandfarbene und braune Farbtöne kommen häufiger bei Krokodilen vor.
Auch der Lebensraum spielt eine Rolle
Wer sich in einem Süßwassersumpf im Südosten der USA befindet, sieht mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Alligator. Die Tiere kommen auch im Osten Chinas vor, ihre Verbreitung ist insgesamt jedoch deutlich begrenzter als die der Krokodile.
Krokodilarten sind wesentlich weiter verbreitet. Flüsse und Seen bieten geeignete Lebensräume, einige Arten bewegen sich jedoch auch durch Flussmündungen und Küstengewässer. Salzdrüsen in der Zunge helfen ihnen, Bedingungen zu ertragen, mit denen die meisten Alligatoren nicht zurechtkommen.
Die Größe liefert keine allgemeingültige Antwort, da sowohl die Arten als auch einzelne Tiere unterschiedlich groß werden. Dennoch erreichen Krokodile im Allgemeinen größere Längen. Salzwasserkrokodile können über sechs Meter lang werden und sind damit die größten heute lebenden Reptilien.
Die Nahrung verändert sich mit zunehmendem Alter der Tiere. Junge Tiere ernähren sich von Insekten und kleinen Fischen, während ausgewachsene Exemplare Vögel, Amphibien, Reptilien und Säugetiere erbeuten können. Welche Beutetiere verfügbar sind, ist ebenso wichtig wie die Art des Raubtiers.
Auch das Verhalten ist kein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Alligatoren ziehen sich häufiger vor Menschen zurück, sofern sie sich nicht bedroht fühlen oder ihre Jungen verteidigen. Krokodile gelten dagegen im Allgemeinen als territorialer und aggressiver.
Letztlich lässt sich der Unterschied anhand einiger praktischer Merkmale erkennen: der Form der Schnauze, der sichtbaren Zähne und der Art des Gewässers, in dem die Tiere leben.
Quelle: Daily Express