Macht korrumpiert familiäre Bindungen. Wenn eine Königskrone auf dem Tisch liegt, können diese normalen Bande vollständig verschwinden. Manchmal überschreitet ein Elternteil unvorstellbare Grenzen, um an der Macht zu bleiben.
Im 8. Jahrhundert gewann eine Athenerin namens Irene einen königlichen Schönheitswettbewerb. Dieser Sieg sicherte ihr einen Platz in der byzantinischen Familie, als sie Kronprinz Leo IV. heiratete.
Die Geburt eines männlichen Erben, Konstantin VI., festigte ihren Status. Nachdem Leo im Jahr 780 an einem Fieber gestorben war, übernahm die Witwe als Regentin die Führung des Reiches.
Laut HistorieNet weigerte sie sich, den Thron nur warmzuhalten. Irene baute sorgfältig starke politische Allianzen auf und etablierte einen eisernen Griff auf Konstantinopel.
Ihr jugendlicher Sohn forderte jedoch bald die volle Kontrolle über die Regierung.
Paranoide königliche Rivalen
Der Erbe setzte seine Mutter ab und stellte sie unter Hausarrest. Konstantin übernahm selbst das Kommando über die Streitkräfte.
Nach demütigenden militärischen Niederlagen lud der verzweifelte Kaiser Irene ein, den Thron wieder mit ihm zu teilen. Sie regierten das Reich gemeinsam, doch ständiges Misstrauen vergiftete ihre Beziehung.
Die politische Paranoia erreichte ihren Höhepunkt, als fünf seiner Onkel einen plötzlichen Putsch planten. HistorieNet merkt an, dass Irene ihren Sohn ermutigte, sie brutal zu bestrafen.
Ein Onkel verlor seine Augen und vier verloren ihre Zungen. Hinter den Kulissen untergrub Irene aktiv ihren Nachkommen, indem sie gefälschte Informationen verbreitete, um seine Feldzüge zu sabotieren.
Der letzte Verrat
Im Sommer 797 eskalierte die Spannung. Kaiserin Irene befahl den Palastwachen, ihren sich wehrenden Sohn festzunehmen. Solange Konstantin sein Augenlicht hatte, blieb er eine politische Bedrohung, die Loyalisten um sich scharen konnte.
Um dies zu lösen, forderte sie die Wachen auf, ihm das Augenlicht zu nehmen. Sie stellte sicher, dass diese brutale Bestrafung genau in dem Gemach stattfand, in dem er geboren worden war.
Der Historiker Michael Psellos hielt den Schrecken einige hundert Jahre später fest. Er schrieb: „Kaiserin Irene, die für eine Zeit das Zepter hielt, brachte Verwirrung in das Reich, und ihr Ende war ebenso von Unehre erfüllt wie ihre Mittel unnatürlich waren.“
Totale absolute Macht
Nachdem ihr Rivale eliminiert war, beanspruchte Irene die alleinige Autorität. Sie prägte sogar ihre offizielle Währung mit einem männlichen Kaisertitel.
Der 1074 geborene griechische Historiker Johannes Zonaras fasste das dunkle Erbe zusammen. Er schrieb: „Irene, die fürchtete, ihr Sohn würde sie von der Macht entfernen, beraubte ihn seines Augenlichts, eine Tat, die selbst von denen verabscheut wurde, die an die Grausamkeiten des Palastes gewöhnt waren.“
Ihre Alleinherrschaft endete schnell. Im Jahr 802 startete ihr Finanzminister eine unerwartete Rebellion.
Der Putsch entzog Irene jeglichen Reichtum. Sie starb ein Jahr später auf Lesbos und verbrachte ihre letzten Tage damit, Wolle zu spinnen, um zu überleben.
Quellen: HistorieNet