Startseite Tiere Wissenschaftler bestätigen neue Affenart in der Demokratischen Republik Kongo

Wissenschaftler bestätigen neue Affenart in der Demokratischen Republik Kongo

Monkey Colobus congoensis
Screendump: Scientific American / Youtube

Ein ungewöhnlicher Primat blieb jahrelang wissenschaftlich nicht klassifiziert, obwohl er den umliegenden Gemeinschaften bereits bekannt war. Wissenschaftliche Untersuchungen haben nun seinen Platz unter den bekannten Wildtierarten Afrikas bestätigt.

Ein unscharfes Foto aus dem Jahr 2008 lieferte den ersten wissenschaftlichen Hinweis. Fast zwei Jahrzehnte später haben genetische Analysen, aufgezeichnete Rufe und Feldbeobachtungen bestätigt, dass der dunkelgesichtige Affe, der in den Baumkronen des Lomami-Nationalparks lebt, eine eigenständige Art darstellt.

Der Primat trägt den Namen Colobus congoensis. Er hat schwarzes Fell und orange-rosafarbene Lippen. Ziare.com berichtet, dass er zu den wenigen afrikanischen Affenarten gehört, die in den vergangenen 75 Jahren offiziell beschrieben wurden.

Die Gemeinden in der Nähe des Waldes kannten das Tier bereits unter dem Namen Likweli. Forscher befragten später Bewohner von 52 Dörfern, doch Sichtungen wurden lediglich in acht davon gemeldet. Dies deutet darauf hin, dass der Affe möglicherweise nur in einem sehr begrenzten Gebiet vorkommt.

Der Kontrast zwischen der lokalen Vertrautheit mit dem Tier und seiner späten wissenschaftlichen Anerkennung zeigt, wie das Wissen der Bevölkerung die Erforschung der biologischen Vielfalt unterstützen kann – insbesondere in abgelegenen Wäldern, in denen Tiere nur schwer zu beobachten sind.

Die Belege kamen nach und nach zusammen

Forscher aus der Demokratischen Republik Kongo, den USA und Deutschland trugen die notwendigen Belege zusammen, um den Primaten von verwandten Arten zu unterscheiden. Genetische Proben lieferten den stärksten Nachweis, ergänzt durch Fotografien und Aufnahmen seiner Rufe.

Frühere Beobachtungen hatten nicht ausgereicht, da der Affe den Großteil seines Lebens hoch oben in den Bäumen verbringt und Menschen in der Regel meidet.

Junior Amboko, Doktorand an der Florida Atlantic University, beschrieb die Erfahrung, das Tier aus nächster Nähe zu sehen, als „ein außergewöhnliches Gefühl“.

Da sich die Tiere im dichten Blätterdach verbergen, verraten oft zuerst ihre Rufe ihre Anwesenheit.

„Man hört sie oft, aber man sieht sie nicht“, sagte Amboko.

Anerkennung könnte den Artenschutz fördern

Colobusaffen sind afrikanische Primaten, denen opponierbare Daumen fehlen. Professorin Kate Detwiler von der Florida Atlantic University erklärte, dass es sich um pflanzenfressende Baumbewohner handle, die durch die Verbreitung von Samen zur Regeneration der Wälder beitragen könnten.

Die auffällige Gesichtsfärbung der Art könnte den Tieren helfen, einander zu erkennen oder Partner anzulocken. Um ihr Verhalten besser zu verstehen, sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich.

Das begrenzte Verbreitungsgebiet könnte die Art zudem anfällig für Jagd und Veränderungen ihres Lebensraums machen. Die offizielle Anerkennung gibt Naturschutzorganisationen eine wissenschaftliche Grundlage, um die Population zu bewerten, Bedrohungen zu identifizieren und mögliche Schutzmaßnahmen zu prüfen.

Die Entdeckung ist daher mehr als nur eine Ergänzung biologischer Verzeichnisse. Sie zeigt, wie lokales Wissen, internationale Forschung und langfristige Feldarbeit zusammenwirken können, um Wildtierarten zu dokumentieren, bevor gefährdete Populationen unbemerkt verschwinden.

Quellen: Ziare.com