Startseite Nachrichten Die Zeichentrickserie Bluey hilft, indigene Sprachen durch Geschichtenerzählen zu bewahren

Die Zeichentrickserie Bluey hilft, indigene Sprachen durch Geschichtenerzählen zu bewahren

Bluey
Kathy Hutchins / Shutterstock.com

Kinderfernsehen hat eine einzigartige Kraft, die Weltanschauung junger Menschen zu prägen.

Wenn ein beliebter globaler Hit beschließt, seine Stimme zu ändern, kann er viel mehr tun, als nur zu unterhalten. Er kann tatsächlich dazu beitragen, alte Traditionen für eine neue Generation am Leben zu erhalten, berichtet DR News.

Ein vertrautes Bellen

Kinder auf der ganzen Welt lieben es, die Abenteuer des beliebten Welpen Bluey zu verfolgen. Während die erfolgreiche Zeichentrickserie bereits in Dutzenden von Sprachen verfügbar ist, haben die Produzenten kürzlich etwas völlig Neues ausprobiert. Zum ersten Mal wurden fünf Episoden in eine indigene australische Sprachgruppe namens Yolngu Matha übersetzt.

Das Team wählte Geschichten aus, die zur lokalen Weltanschauung passen. Laut BBC sprachen lokale Kinder und Gemeindemitglieder die Charaktere, um die Authentizität des Projekts zu wahren. Produzentin Mayatili Marika erklärte gegenüber der BBC: „Die fünf Episoden, die wir ausgewählt haben, fanden großen Anklang, weil sie von unserer Verbindung zum Land handelten.“

Marika fügte hinzu, die Macher wollten die Gemeinschaft unterstützen. Insbesondere merkte sie an: „Wir möchten die Stimmen der indigenen Bevölkerung Australiens erheben und stärken.“

Völlig wild werden

Um den Dialog natürlich klingen zu lassen, war es notwendig, verschiedene lokale Dialekte zu mischen. Co-Regisseur und Produzent Will Porter erläuterte Australiens ABC News ihre Methode. Er sagte: „Wir haben versucht, es so nah wie möglich an dem zu halten, was man in einem modernen Yolngu-Haushalt hören würde, nämlich einer Mischung aus Sprachen.“

Die Autoren tauschten sogar einen englischen Witz über „Drop Bears“ gegen ein traditionelles, gruseliges Volksmärchen aus. Als das fertige Produkt in Arnhem Land debütierte, war die Reaktion unmittelbar. Porter berichtete der BBC: „Es waren ein paar hundert Kinder dort, und sie spielten verrückt.“

ABC-Managerin Kelly Williams lobte den Schritt ebenfalls. Sie erklärte, der Sender sei voll und ganz bestrebt, sicherzustellen, dass diese Muttersprachen Teil des nationalen Diskurses sind.

Quellen: DR News Now, BBC, ABC News