Langwierige Kriege zehren selbst riesige Armeen im Laufe der Zeit aus.
Während sich Monate zu Jahren ziehen, wird die Aufrechterhaltung des Personalbestands hinter den Frontlinien zu einem ständigen Kampf. Schließlich blicken verzweifelte Militärplaner weit über traditionelle Rekrutierungslisten hinaus, um große Lücken zu füllen, berichtet The Express U.S.
Verzweifelte Suche
Vier Jahre nach Beginn der umfassenden Invasion der Ukraine sehen sich die russischen Streitkräfte mit beispiellosen Truppenengpässen konfrontiert, da die Verluste die Zahl der Neuanmeldungen übersteigen. Im Staatsfernsehen schlagen hochrangige Beamte nun drastische Änderungen vor, wer in den Kampf geschickt wird.
The Express U.S. berichtete, dass jüngste Sendungen in Wladimir Solowjows populärer Show Pläne zur Rekrutierung von Frauen, Senioren und Menschen mit Behinderungen hervorhoben. Befürworter stellen die neue Initiative unter das Motto „jeder sollte das Vaterland verteidigen“.
Solowjow merkte an, dass die Organisatoren die Initiative mit einem historischen Präzedenzfall rechtfertigen und erklärten: „Das haben sie im Zweiten Weltkrieg auch getan.“ Während der Militärdienst für Frauen vorerst freiwillig bleibt, befürchten Beobachter, dass die Wehrpflicht schließlich auf Frauen ausgeweitet werden könnte.
Alterung auf dem Schlachtfeld
Die russische Militärdemografie hat sich seit Beginn der Invasion dramatisch verschoben. Die unabhängige Zeitung Verstka berichtete bereits 2024, dass fast die Hälfte aller neuen freiwilligen Rekruten über fünfzig Jahre alt war.
Die Verluste am Boden bleiben für beide Seiten erschreckend. Der ukrainische Generalstab berichtete am 21. Juli, dass die russischen Streitkräfte innerhalb eines einzigen 24-Stunden-Zeitraums 1.370 Soldaten verloren haben.
Dieser tägliche Verlust erhöht die geschätzten russischen Gesamtverluste auf mehr als 1,4 Millionen getötete oder verwundete Soldaten seit 2022. Amerikanische Beamte berechnen, dass Moskau jede Woche rund 7.000 Soldaten verliert.
Geringe Überlebenschancen
Amerikanische Geheimdienste zeichnen ein noch düstereres Bild der Bedingungen an den Frontlinien. CIA-Direktor John Ratcliffe erklärte diese Woche, dass ein russischer Soldat auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eine durchschnittliche Lebenserwartung von nur zwanzig bis dreißig Minuten hat.
Da die diplomatischen Gespräche über Territorium und NATO-Mitgliedschaft ins Stocken geraten sind, scheint keine Seite zu Kompromissen bereit. Da 2026 kein Ende des tödlichsten Konflikts in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg bringt, gehen den Heeresrekrutierern die Optionen aus.
Quellen: The Express U.S., Verstka, CIA