Das Logistikzentrum wurde während eines fast einstündigen Luftangriffs getroffen.
Der Kreml hat wiederholt behauptet, dass russische Streitkräfte in der Ukraine ausschließlich militärische Ziele angreifen.
Diese Behauptungen wurden wiederholt widerlegt und erwiesen sich als falsch, da zahlreiche russische Angriffe Wohngebäude und sogar Krankenhäuser in der Ukraine getroffen haben.
Nu ist auch eine enorme Menge humanitärer Hilfe verloren gegangen.
In den frühen Morgenstunden des 19. Juli traf ein massiver russischer Luftangriff die Region Kiew und beschädigte eine große Logistikeinrichtung in Bilohorodka schwer.
Bei dem Standort handelte es sich um ein von UNICEF beauftragtes Lager, das wichtige Hilfsgüter für vom anhaltenden Krieg betroffene Kinder und Familien enthielt.
UNICEF teilte in einer Erklärung mit, dass über 106.000 wichtige Artikel in den Flammen vernichtet wurden. Der zerstörte Bestand umfasste Stromgeneratoren, Trinkwasserspeichertanks und Hygiene-Kits. Offizielle Stellen schätzen den Gesamtschaden auf rund 3,9 Millionen US-Dollar.
Unklare Ursache der Katastrophe
Der Angriff war Teil eines unerbittlichen, 53-minütigen Beschusses, der direkt auf die ukrainische Hauptstadt zielte.
Russische Streitkräfte feuerten rund 40 ballistische Raketen zusammen mit einem Schwarm Angriffsdrohnen ab. Die ukrainische Luftverteidigung konnte 126 Ziele abschießen.
Dennoch lösten herabfallende Trümmer und direkte Treffer Brände in fünf Stadtbezirken aus, die Wohnungen, Büros und nahegelegene Logistikzentren beschädigten. Die Druckwelle beschädigte sogar einen nahegelegenen U-Bahn-Eingang.
Die UNICEF-Erklärung besagt nicht, ob die Zerstörung das Ergebnis eines direkten russischen Treffers oder herabfallender Trümmer war.
Eine schreckliche Bilanz
Die humanitären Kosten steigen weiter. UNICEF berichtete, dass in einer einzigen Woche zwei Kinder starben und mindestens 50 durch russische Angriffe verletzt wurden. Der Juni war der tödlichste Monat für junge Zivilisten seit 2022, wobei sieben Kinder getötet und 116 verwundet wurden.
UNICEF verurteilte die eskalierende Gewalt und beschrieb den Angriff als Teil einer weiteren schrecklichen, schlaflosen Nacht für Familien. „Angriffe auf humanitäre Lager und Angriffe auf Hilfskräfte behindern die Lieferung lebenswichtiger Hilfe an vom Krieg betroffene Kinder und Familien“, erklärte die Organisation.
Der ukrainische Menschenrechtskommissar Dmytro Lubinez bezeichnete die Zerstörung des Lagers als direkten Verstoß gegen das Völkerrecht. Er warnte, dass Angriffe auf Hilfseinrichtungen die Möglichkeit, unschuldige Leben zu retten, zunichtemachen.