Startseite Kultur Von Trump ernannte Mitglieder erwägen eine Überarbeitung der Prüfverfahren zum...

Von Trump ernannte Mitglieder erwägen eine Überarbeitung der Prüfverfahren zum Denkmalschutz

Cityscape panorama of Washington D.C. with the United States Capitol, Washington Monument and the Senate
Shutterstock

Gemeinden könnten künftig weniger Möglichkeiten haben, Einfluss auf Bundesprojekte zu nehmen, die kulturell bedeutende Orte betreffen. Ein Änderungsentwurf würde festlegen, welche Ressourcen geprüft werden und wann eine Beteiligung der Öffentlichkeit oder Konsultationen mit Stammesregierungen erforderlich sind.

Anwohner, Stammesregierungen und Denkmalschutzorganisationen könnten bei Entscheidungen über historische Stätten künftig eine geringere Rolle spielen. Grundlage ist ein Änderungsentwurf, den der Advisory Council on Historic Preservation derzeit prüft.

Der Vorschlag betrifft Section 106 des National Historic Preservation Act. Diese Bestimmung verpflichtet Bundesbehörden, die Auswirkungen von Projekten zu prüfen, die mit Bundesmitteln finanziert werden, Bundesgenehmigungen erfordern oder Bundesflächen betreffen. Der Kongress verabschiedete das Gesetz 1966, nachdem in der Öffentlichkeit die Besorgnis über den Verlust historischer Stätten infolge von Stadterneuerungsmaßnahmen und großen Bundesbauprojekten gewachsen war.

Nach Informationen von NPR würde der Entwurf den Kreis der historischen Stätten und Bundesmaßnahmen einschränken, die dem Prüfverfahren unterliegen. Außerdem soll die Formulierung gestrichen werden, wonach die Beteiligung der Öffentlichkeit ein wesentlicher Bestandteil fundierter Entscheidungen ist. Ebenso würde eine bestehende Verpflichtung zur Konsultation von Stammesregierungen entfallen.

Das National Register of Historic Places umfasst mehr als 1,8 Millionen beitragende Gebäude, Bezirke, Landschaften, Bauwerke und weitere kulturhistorische Ressourcen. Projekte, die diese Orte betreffen, können eine Prüfung auf Bundesebene auslösen, wenn Bundesbefugnisse oder Bundesmittel beteiligt sind.

Vorschlag würde verpflichtende Konsultationen einschränken

Nach den derzeitigen Vorschriften müssen Behörden mögliche Beeinträchtigungen ermitteln, bevor sie ein Projekt genehmigen. Anschließend laden sie zuständige Organisationen, lokale Behörden und Stammesregierungen ein, Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung oder Minderung möglicher Schäden zu erörtern.

NPR berichtet, dass sich die Prüfungen nach dem Entwurf auf Auswirkungen konzentrieren würden, die in direktem und vorhersehbarem Zusammenhang mit einem Projekt stehen. Indirekte oder kumulative Auswirkungen könnten weniger eingehend geprüft werden. Zudem könnten einige bundesfinanzierte Vorhaben, die von lokalen Behörden verwaltet werden, von den Vorschriften ausgenommen werden.

Diese Unterscheidung ist insbesondere dann bedeutsam, wenn ein Bauvorhaben eine historische Stätte nicht unmittelbar zerstört, aber deren Umfeld, Zugänglichkeit oder kulturelle Bedeutung schrittweise verändert.

Der Rat erklärt, die geltenden Vorschriften könnten Unsicherheit verursachen und Projekte verzögern. In einem Memorandum stellt der Rat die Änderungen als Versuch dar, die Verpflichtungen zum Denkmalschutz mit Infrastrukturprojekten und anderen Prioritäten der Bundesregierung in Einklang zu bringen.

Sara Bronin, die jüngste vom Senat bestätigte Vorsitzende des Rates, sagte gegenüber NPR, dass Autobahnerweiterungen, Begräbnisstätten und Wohnviertel künftig nicht mehr den Prüfungen unterliegen könnten, die bislang nach Section 106 vorgeschrieben waren.

Bogenbauwerk rückt den Streit in den Fokus

Das Thema hat zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten, weil Präsident Donald Trumps geplanter, 250 Fuß hoher Bogen in Washington, D.C., einer denkmalrechtlichen Prüfung unterzogen werden muss. Seine möglichen Auswirkungen auf historische Sichtachsen in der Nähe des Arlington National Cemetery zeigen, wie engere Definitionen in der Praxis wirken könnten.

Der National Trust for Historic Preservation, die National Association of Tribal Historic Preservation Officers und die National Conference of State Historic Preservation Officers haben sich gegen den Vorschlag und den kurzen Zeitplan für die Abstimmung ausgesprochen.

Eine Zustimmung des Rates würde die Änderungen nicht unmittelbar in Kraft setzen. Zunächst wäre ein weiteres bundesrechtliches Regelsetzungsverfahren erforderlich, einschließlich der Veröffentlichung des Entwurfs und einer öffentlichen Kommentierungsphase. Denkmalschutzorganisationen haben zudem signalisiert, dass rechtliche Schritte folgen könnten. Gleichzeitig behält der Kongress die Möglichkeit, das zugrunde liegende Gesetz zu ändern oder zu stärken.

Quellen: NPR