Wenn sich ausländische Konflikte hinziehen, steigt der politische Druck im Inland gewöhnlich an.
Eine kurze Phase der Ruhe kann einem Staatschef Zeit verschaffen, doch erneute Probleme im Ausland lassen die öffentliche Meinung oft schnell wieder sinken. Dieses Muster zeigt sich nun, da entscheidende Wahlen näher rücken, berichtet HuffPost.
Düstere neue Zahlen
Aktuelle Zahlen zeigen Präsident Donald Trump in einer tiefen politischen Sackgasse. Laut Berichten der HuffPost deutet eine Reihe neuer Umfragen darauf hin, dass seine Beliebtheit nach dem Scheitern eines kurzen Sommerwaffenstillstands im Nahen Osten erneut gesunken ist.
Der wiederaufgenommene Konflikt und die Störungen des Schiffsverkehrs auf wichtigen Ölrouten haben seine früheren Zugewinne zunichtegemacht. Daten des Umfrage-Aggregators Nate Silver zeigen, dass Trump während des vorübergehenden Waffenstillstands einen leichten Aufschwung erlebte. Doch mit der Wiederaufnahme der Kämpfe und Angriffen auf Öltanker sind diese Gewinne schnell verflogen.
Jüngste Umfragen zeichnen ein düsteres Bild für das Weiße Haus. Eine am Mittwoch veröffentlichte Fox News-Umfrage und eine am Donnerstag publizierte Emerson College-Umfrage beziffern seine Zustimmung jeweils auf 39 Prozent. Eine ebenfalls am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Pew Research Center ergab derweil, dass seine Unterstützung sogar auf 34 Prozent gesunken ist.
Risse in der Basis
Die Warnzeichen reichen weit über den Präsidenten selbst hinaus. Das Emerson College berichtete, dass die Demokraten einen Vorsprung von 11 Prozentpunkten bei der generischen Kongresswahl haben, eine Marge, die ihren umfassenden Gewinnen von 2018 nahekommt. Fox News gab den Demokraten einen Vorsprung von sieben Prozentpunkten mit 53 Prozent Unterstützung, was ihr stärkstes Ergebnis in dieser Umfrage seit 1996 darstellt.
Auch innerhalb der eigenen Basis der Regierung zeigen sich Risse. Politico berichtete am Mittwoch, dass nur noch ein Drittel der sich als MAGA identifizierenden Wähler den Krieg mit Iran unterstützt, gegenüber mehr als der Hälfte im Mai. Viele Kernanhänger machen den Konflikt direkt für steigende Benzinpreise verantwortlich.
Auch das allgemeine Wirtschaftszutrauen sinkt. Pew Research stellte fest, dass nur noch 41 Prozent der Republikaner die Wirtschaft als gut oder ausgezeichnet bezeichnen, ein Rückgang von 49 Prozent im Januar. Insgesamt machen 60 Prozent der Amerikaner die Politik des Weißen Hauses für wirtschaftliche Schwierigkeiten verantwortlich, ein Anstieg von 52 Prozent Anfang dieses Jahres.
Ohne eine klare Vereinbarung zur Sicherung der maritimen Handelsrouten steht Trump vor einem schwierigen Weg. Wähler verbinden ausländische Konflikte mit ihren eigenen Finanzen, was dem Weißen Haus angesichts der näher rückenden Zwischenwahlen nur wenige einfache Optionen lässt.
Quellen: HuffPost, Fox News, Emerson College, Pew Research Center, Politico