Politische Sprache, die einst mit früheren ideologischen Auseinandersetzungen verbunden war, kehrt in die nationale Debatte zurück. Eine Historikerin sagt, Häufigkeit und Zeitpunkt der Botschaften verdienten eine genauere Betrachtung.
Donald Trump und mehrere prominente republikanische Stimmen haben den Kommunismus zuletzt als Bedrohung für die Vereinigten Staaten dargestellt.
Laut HuffPost erklärte Außenminister Marco Rubio, die Vereinigten Staaten „wollen kein kommunistisches Land sein“, und schloss sich damit einer breiteren Reihe republikanischer Warnungen an, die sich um dasselbe ideologische Thema drehen.
Das Weiße Haus veröffentlichte in einem offiziellen Beitrag eine ähnlich deutliche Botschaft und erklärte: „Die Vereinigten Staaten von Amerika werden NIEMALS ein kommunistisches Land sein.“
Ein Account der House Republicans bekräftigte diese Position mit einem eigenen Versprechen, den Kommunismus zu stoppen, und verbreitete die Botschaft damit weiter in verschiedenen Teilen der Partei.
Trump verwendete die Bezeichnung zudem in drastischeren Worten. Laut HuffPost behauptete er, Kommunisten wollten Mount Rushmore in die Luft sprengen, und griff dabei auf eines der bekanntesten Nationaldenkmäler des Landes zurück, um die angebliche Bedrohung sowohl politisch als auch symbolisch darzustellen.
Insgesamt unterscheiden sich die Aussagen zwar im Ton, weisen jedoch in dieselbe Richtung. Sie alle stellen den Kommunismus nicht als ferne Ideologie dar, sondern als Gefahr, der sich die republikanischen Führungspolitiker nach eigener Darstellung aktiv entgegenstellen müssen.
Wiederholung verstärkt die Warnung
Ruth Ben-Ghiat, Historikerin an der New York University, deren Forschung sich mit Faschismus, Autoritarismus und Propaganda befasst, interpretiert die Aussagen als Variationen eines gemeinsamen politischen Narrativs.
„Die neue Parteilinie besteht darin, Kommunisten mit jedem Verbrechen, jedem Vergehen in Verbindung zu bringen. Es soll das Gefühl einer kommunistischen Bedrohung erzeugt werden, um ein hartes Vorgehen der Rechten zu rechtfertigen. Ein altes Drehbuch, das bei Staatsstreichen und faschistischen Machtübernahmen verwendet wurde“, schrieb Ben-Ghiat laut HuffPost.
Ihr Argument ist nicht, dass die Äußerungen eine formelle Koordinierung unter republikanischen Amtsträgern belegen. Vielmehr vertritt sie die Ansicht, dass ähnliche Behauptungen einflussreicher Persönlichkeiten und offizieller Accounts sich gegenseitig verstärken können, indem sie dieselbe ideologische Bedrohung immer wieder vermitteln.
Ben-Ghiat brachte die Rhetorik außerdem mit dem bevorstehenden Wahlkampf für die Zwischenwahlen in Verbindung. Sie warnte, dass die Darstellung des Kommunismus als Bedrohung der nationalen Sicherheit dazu beitragen könnte, ein hartes politisches Vorgehen zu rechtfertigen, bevor die Wählerinnen und Wähler bei der allgemeinen Wahl am 3. November über den Großteil der Sitze im US-Kongress entscheiden.
Ihre Sorge richtet sich darauf, wie ein weit gefasstes Etikett mit Straftaten, politischen Auseinandersetzungen und vermeintlichen Gegnern verknüpft werden kann, bis es zunehmend unmittelbar oder allgemein akzeptiert erscheint. Leichte Veränderungen in der Wortwahl ermöglichen es, dieselbe Anschuldigung über Reden, Regierungsbotschaften und parteipolitische Social-Media-Accounts zu verbreiten.
Die Debatte geht damit über die klassische republikanische Ablehnung des Kommunismus hinaus. Ben-Ghiat stellt die Frage, ob die wiederholte Wortwahl dazu dient, eine innenpolitische Bedrohung zu konstruieren, die später ein schärferes staatliches Vorgehen rechtfertigen könnte.
Quelle: HuffPost