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China stoppte Robotaxis nach einer Störung. In den USA fahren sie in aktive Schusslagen

China stoppte Robotaxis nach einer Störung. In den USA fahren sie in aktive Schusslagen
Markus Mainka/shutterstock.com

China stoppte den Ausbau von Robotaxis nach einem einzigen großflächigen Ausfall, während autonome Fahrzeuge in den USA trotz Unfällen und Eingriffen in Notfallsituationen weiter im Einsatz bleiben.

Ein einziger großflächiger Ausfall reichte aus, um China dazu zu bringen, seine Robotaxi-Einführung zu stoppen. In den USA haben ähnliche — und teilweise gefährlichere — Vorfälle hingegen keine landesweite Reaktion ausgelöst.

Laut Bloomberg froren am 31. März mehr als 100 Apollo-Go-Robotaxis von Baidu gleichzeitig in Wuhan ein, blieben auf Brücken und Straßen stehen und hielten Passagiere bis zu zwei Stunden lang fest.

Wochen später setzte Peking die Vergabe neuer Genehmigungen für autonomes Fahren im ganzen Land aus und stoppte damit faktisch Expansion, Tests und Flottenwachstum.

Ein Fehler stoppt alles — während Vorfälle in den USA weitergehen

Der Vorfall in Wuhan führte zu keinen Verletzten, doch das Ausmaß des Ausfalls löste schnelle regulatorische Maßnahmen aus. Die Aussetzung verhindert, dass Unternehmen neue Fahrzeuge hinzufügen oder in weitere Städte expandieren, und spiegelt einen zentralisierten Ansatz wider: Wenn Systeme im großen Maßstab versagen, wird der Einsatz gestoppt.

In den USA sind autonome Fahrzeuge trotz wiederholter sicherheitsrelevanter Vorfälle weiter im Einsatz. In Austin sind Teslas Robotaxis mit festen Objekten kollidiert, darunter Masten, Busse und Lastwagen. Im Jahr 2023 schleifte ein Cruise-Fahrzeug einen Fußgänger etwa sechs Meter mit.

Zuletzt sind fahrerlose Fahrzeuge sogar in laufende Notfallsituationen gefahren. In Atlanta fuhr ein Waymo-Fahrzeug an Polizeiautos an einem aktiven Tatort vorbei. In Austin blockierte ein weiteres während einer laufenden Schießerei Krankenwagen. In Los Angeles missachtete ein Robotaxi Polizeianweisungen und fuhr in ein Gebiet einer laufenden Ermittlung.

Ausfälle verlagern die Last auf Einsatzkräfte

In San Francisco legte ein größerer Stromausfall die Verkehrssignale lahm und ließ Hunderte Robotaxis in der gesamten Stadt stehen, wodurch Straßen blockiert und der Verkehr gestört wurde.

Einsatzkräfte mussten die Fahrzeuge physisch bewegen, um Wege freizumachen. Bei einer öffentlichen Anhörung bezeichnete ein Stadtvertreter die Situation als unhaltbar und warnte, dass Ersthelfer faktisch zu Pannenhelfern für autonome Flotten würden.

Das Problem geht über technische Fehler hinaus. Bei Protesten in Los Angeles im Jahr 2025 wurden mehrere Waymo-Fahrzeuge beschädigt und in Brand gesetzt, wobei Demonstranten Bedenken hinsichtlich Überwachung und Datenerfassung äußerten.

Regulierung hinkt der Entwicklung hinterher

Trotz der zunehmenden Vorfälle fehlt in den USA weiterhin ein bundesweites Gesetz zur Regulierung der Sicherheit autonomer Fahrzeuge. Ein vorgeschlagenes Gesetz — der SELF DRIVE Act von 2026 — befindet sich weiterhin im Entwurfsstadium, nachdem frühere Versuche gescheitert sind.

Mangels bundesweiter Aufsicht ist die Regulierung zwischen den Bundesstaaten fragmentiert, während Unternehmen autonome Fahrzeuge weiterhin im großen Maßstab einsetzen.

Unternehmen der Branche argumentieren, dass die Technologie langfristig sicherer sein wird als menschliche Fahrer. Doch die aktuelle Realität zeigt eine wachsende Lücke zwischen Einsatz und Kontrolle — besonders sichtbar, wenn Systeme in realen Hochrisikosituationen versagen.

Quellen: Bloomberg, Fortune, NBC News