Nvidia ist überzeugt, dass dieser Ansatz autonome Fahrzeuge dem Alltagseinsatz auf öffentlichen Straßen näherbringen kann.
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Auf der CES 2026 in Las Vegas stellte Nvidia seine jüngste Vision für autonomes Fahren vor und argumentierte, dass der nächste große Fortschritt nicht allein durch zusätzliche Sensoren erreicht werde, sondern durch künstliche Intelligenz, die mit Unsicherheit umgehen und Schlussfolgerungen ziehen kann. Das Unternehmen erklärte, seine neue Plattform sei darauf ausgelegt, seltene und unvorhersehbare Situationen zu bewältigen, an denen selbstfahrende Systeme bislang scheitern.
Nvidia ist überzeugt, dass dieser Ansatz autonome Fahrzeuge dem Alltagseinsatz auf öffentlichen Straßen näherbringen kann.
Jenseits der Wahrnehmung
Nvidia-Chef Jensen Huang nutzte seine CES-Keynote, um Alpamayo vorzustellen – eine neue KI-Plattform, die autonomen Fahrzeugen das verleiht, was Nvidia als „Reasoning“ bezeichnet. Statt lediglich auf Eingaben zu reagieren, soll das System ungewöhnliche Situationen analysieren, mögliche Folgen abschätzen und seine Entscheidungen begründen können.
„Alpamayo bringt Reasoning-Fähigkeiten in autonome Fahrzeuge“, sagte Huang. „Es ermöglicht ihnen, seltene und ungewöhnliche Situationen zu analysieren, sich sicher in komplexen Umgebungen zu bewegen und ihre Entscheidungen zu erklären.“
Nach Angaben von Nvidia lernt das Modell von menschlichen Fahrern und kann seine Absichten gegenüber den Insassen kommunizieren, einschließlich der Gründe für bestimmte Fahrmanöver.
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Von der Demonstration auf die Straße
Während der Präsentation zeigte Nvidia Videomaterial eines autonomen Mercedes-Benz, der mit freihändigem Passagier durch den Verkehr in San Francisco fährt. Huang gab zudem bekannt, dass die Produktion eines Mercedes-Benz CLA-Modells mit Alpamayo-System bereits begonnen habe.
Das Fahrzeug soll zunächst in den USA auf den Markt kommen, bevor es in Europa und Asien eingeführt wird. Huang erklärte, die Zusammenarbeit sei ein wichtiger Prüfstein gewesen, um KI in realen robotischen Systemen einzusetzen – und nicht nur in kontrollierten Testumgebungen.
Ein strategischer Wandel
Branchenbeobachter sehen Alpamayo als weiteres Zeichen für Nvidias Wandel vom reinen Chiphersteller hin zu einem Anbieter vollständiger KI-Plattformen für sogenannte „Physical AI“.
„Das ist ein Schritt, der Nvidia deutlich vor der Konkurrenz halten könnte“, sagte Paolo Pescatore von PP Foresight. „Alpamayo markiert den Übergang von reiner Rechenleistung hin zu umfassenden KI-Ökosystemen.“
Die Nvidia-Aktie legte nach der Ankündigung im nachbörslichen Handel leicht zu.
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Offener Code, offene Fragen
Nvidia hat Alpamayo als Open-Source-Projekt veröffentlicht und den Code auf Hugging Face bereitgestellt, sodass Forscher und Unternehmen ihn herunterladen, mit eigenen Daten trainieren und an ihre Systeme anpassen können.
Die Ankündigung rief auch Tesla-Chef Elon Musk auf den Plan, der betonte, dass der Umgang mit seltenen Grenzfällen weiterhin die größte Herausforderung darstelle. „Es ist leicht, 99 Prozent zu erreichen, aber extrem schwierig, den langen Schwanz seltener Fälle zu bewältigen“, schrieb Musk in sozialen Medien.
Neben Alpamayo hob Nvidia auch Fortschritte bei seinen nächsten Rubin-KI-Chips hervor, die bereits in Produktion sind und einen geringeren Energieverbrauch versprechen. Für Nvidia war die Botschaft auf der CES klar: Die Zukunft selbstfahrender Autos hängt weniger davon ab, die Straße zu sehen – sondern davon, sie zu verstehen.
Quellen: Nvidia-CES-2026-Keynote