Altersarmut und Babyboomer: Rente mit 63 ein Irrsinn

Olivia Rosenberg

26 Wochen vor

|

22/12/2023
Deutschland
Foto: Shutterstock
Foto: Shutterstock
Rentensystem vor dem Kollaps?

In der aktuellen Ausgabe der Talkshow "Markus Lanz" äußerte sich Johannes Winkel von der Jungen Union kritisch zur Rente mit 63 in Deutschland. 

Er warnte vor den politischen Folgen einer älter werdenden Gesellschaft und sprach sich gegen diese Rentenregelung aus. Die Diskussion drehte sich um die demografischen Herausforderungen, die Deutschland in den kommenden Jahren erwarten.

Laut Focus Online könnte das Durchschnittsalter der Deutschen bald bei etwa 55 bis 65 Jahren liegen. 

Besonders besorgniserregend ist, dass in den nächsten Jahren rund 18 Millionen Arbeitnehmer der Babyboomer-Generation in Rente gehen werden, während nur knapp elf Millionen neue Volljährige nachkommen. 

Dies führt zu einem Defizit von rund sieben Millionen Arbeitsfähigen, die für die Rentenbeiträge aufkommen müssten. 

Soziologe Stefan Schulz warnte bei "Markus Lanz" vor schwerwiegenden gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Folgen: „Wir haben kein Geld, das irgendwo rumliegt, um diesem Anspruch zu genügen.“

Markus Lanz zeigte sich schockiert über das knappe Umlagesystem des deutschen Rentensystems. Der ZDF-Moderator stellte fest: „Das ist irre! Das wusste ich nicht! Wir verdienen im Januar Geld und im Februar hat's der Rentner auf dem Konto?“ 

Schulz bestätigte und ergänzte, dass die demografischen Schieflagen auch die Demokratie „schachmatt“ setzen könnten.

Johannes Winkel betonte, dass in Deutschland bereits primär Politik für die Älteren gemacht werde und die Prioritäten nicht bei der jungen Generation lägen. 

Wirtschaftsjournalist Rainer Hank äußerte sich ebenfalls zur Thematik und wünschte sich eine schrittweise Verlängerung der Arbeitszeit sowie eine Form der Sinnfindung in der Arbeit. 

Er zeigte sich wenig besorgt über eine immer älter werdende Gesellschaft und betonte, dass dies kein Grund zur Verarmung sei.