Gutscheine für Sozialhilfe und Asylbewerber? Ifo-Experte sagt Nein

Geschrieben von Olivia Rosenberg

15 Wochen vor

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06/02/2024
Foto: Shutterstock
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Warum Gutscheine nicht die Lösung sind.

Der Vorschlag, Sozialhilfeempfängern und Asylbewerbern anstelle von Geldleistungen Gutscheine auszuhändigen, stößt auf breite Kritik. 

Panu Poutvaara, ein renommierter Wirtschaftsprofessor und Migrationsexperte vom Ifo-Institut, teilt diese Bedenken und unterstreicht in einem Artikel von Focus Online die Unzulänglichkeiten dieses Ansatzes. 

Poutvaara argumentiert, dass Gutscheine keinen echten Mehrwert bieten, da sie die Möglichkeit eines Schwarzmarktes schaffen, wo Empfänger die Gutscheine einfach in Bargeld umwandeln könnten. 

Zudem betont er, dass die Verwaltung von Gutscheinen den Staat unnötig mehr kosten würde, da die Erstellung, Ausgabe und Kontrolle von Gutscheinen zusätzlichen Aufwand und Ressourcen erfordern.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Integration. Gutscheine schränken die Freiheit der Empfänger ein, selbst zu entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben möchten, was die Integration in die Gesellschaft erschweren kann.

Poutvaara schlägt vor, dass für Asylsuchende mit geringer Bleibeperspektive Sachleistungen in Asylzentren eine effektivere Maßnahme darstellen könnten, da sie die Integration nicht behindern und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand reduzieren.

Poutvaaras Kritik und Vorschläge werfen ein Licht auf die Komplexität der Sozialhilfe und Asylpolitik und die Notwendigkeit, Lösungen zu finden, die sowohl wirtschaftlich sinnvoll als auch förderlich für die Integration sind. 

Der Konsens unter Experten neigt dazu, Direktzahlungen gegenüber Gutscheinen zu bevorzugen, was die Debatte um die beste Unterstützungsform für Sozialhilfeempfänger und Asylbewerber weiter anheizt.