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Warum das Gehirn Diäten sabotiert

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Viele Menschen erleben nach einer Diät dasselbe frustrierende Ergebnis: Das Gewicht kommt zurück.

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Neue wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass dafür weniger mangelnde Disziplin verantwortlich ist als vielmehr die Biologie des menschlichen Gehirns.

Ein evolutives Schutzsystem

Forschende der Universität Kopenhagen zeigen, dass das Gehirn über Mechanismen verfügt, die das Körpergewicht aktiv verteidigen.

Es scheint sich frühere, höhere Gewichtszustände zu „merken“ und versucht, dorthin zurückzukehren. In der Frühgeschichte des Menschen war dies ein Überlebensvorteil.

Nach Hungerperioden konnte der Körper verlorene Reserven wieder aufbauen, sobald Nahrung verfügbar war.

In der heutigen Welt mit ständigem Nahrungsangebot wirkt dieses System jedoch gegen Diäten.

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Sinkt das Gewicht, reagiert der Körper wie auf eine Bedrohung: Hunger nimmt zu, das Verlangen nach energiereichen Lebensmitteln steigt und der Energieverbrauch wird gedrosselt.

Kein Mangel an Willenskraft

Die Wissenschaftler erklären in einem Beitrag für The Conversation, dass die weit verbreitete Vorstellung, Abnehmen sei vor allem eine Frage der Selbstkontrolle, überholt ist.

Hat ein Mensch einmal mehr gewogen, betrachtet das Gehirn dieses Gewicht oft als neuen Normalzustand und arbeitet aktiv daran, ihn wiederherzustellen.

Die häufige Gewichtszunahme nach Diäten ist daher kein persönliches Versagen, sondern eine natürliche Reaktion des Körpers.

Medikamente und ihre Grenzen

Der steigende Einsatz von Abnehmspritzen wie Wegovy oder Mounjaro zeigt, wie groß der Wunsch nach medizinischer Unterstützung ist.

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Wie der Daily Express berichtet, sind die Verkaufszahlen stark gestiegen.

Die Medikamente können den Appetit dämpfen, doch nach dem Absetzen kehrt das Gewicht häufig zurück, da die biologischen Prozesse weiterwirken.

Mehr als nur das Körpergewicht

Die Forscher betonen außerdem, dass Gesundheit nicht allein von der Zahl auf der Waage abhängt. Bewegung, Schlaf, ausgewogene Ernährung und psychisches Wohlbefinden verbessern die Gesundheit auch ohne deutliche Gewichtsabnahme.

Langfristig, so ihr Fazit, braucht es neben medizinischen Ansätzen auch gesellschaftliche Veränderungen, um Übergewicht wirksam zu verhindern.

Quellen: The Conversation, Daily Express

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