Sauerteigbrot erlebt ein echtes Comeback – und das aus gutem Grund.
Mit seinem intensiven Geschmack, der knusprigen Kruste und den positiven Effekten für die Darmgesundheit ist dieses traditionelle Brot ein moderner Küchenstar. Dank der langen Fermentationszeit ist Sauerteig oft leichter verdaulich, enthält weniger Gluten und ist reich an Nährstoffen.
Das Beste daran? Es bleibt länger frisch und kommt ohne teure Zutaten aus.
Trotzdem zögern viele, es selbst zu backen – aus Sorge, es sei zu kompliziert oder zeitaufwändig. Dabei gilt: Mit etwas Geduld und der richtigen Technik kann wirklich jede*r zu Hause ein perfektes Brot zaubern.
Diese fünf Tipps aus der Redaktion von Freundin, unterstützt von Expert*innen, helfen beim Einstieg:
1. Das richtige Mehl wählen
Roggenmehl ist sowohl bei Einsteiger*innen als auch bei Profis beliebt.
Es enthält viele natürliche Hefen und nützliche Bakterien, die die Fermentation in Gang bringen. Wer es lieber etwas milder mag, kann auch Weizen- oder Dinkelmehl verwenden – allerdings fällt der typische Sauerteiggeschmack dann weniger kräftig aus.
2. Geduld ist alles
Sauerteig ist kein schnelles Rezept – sondern eine Beziehung.
Lassen Sie ihn mindestens fünf Tage bei Zimmertemperatur stehen und „füttern“ Sie ihn täglich mit gleichen Teilen Mehl und Wasser. So entsteht ein kräftiger, aktiver Starter – die Basis für ein schön aufgegangenes, aromatisches Brot.
3. Die richtige Temperatur finden
Hefe und Bakterien lieben ein gemütlich-warmes Umfeld. Ideal sind Temperaturen zwischen 22 und 26 °C.
Ist es zu kalt, geht der Teig nicht richtig auf. Ist es zu warm, kann er übermäßig sauer werden – oder gar verderben. Ein Platz auf der Küchenarbeitsplatte in der Nähe (aber nicht direkt auf) eines warmen Geräts ist ideal.
4. Das passende Wasser verwenden
Klingt nebensächlich, kann aber entscheidend sein: Leitungswasser kann den Gärprozess ausbremsen.
Chlor stört das empfindliche Gleichgewicht der Mikroorganismen im Sauerteig. Verwenden Sie am besten gefiltertes Wasser oder kochen Sie Leitungswasser ab und lassen es abkühlen, bevor Sie damit den Starter füttern.
5. Bläschen sind das Startsignal
Wenn Ihr Starter von kleinen Blasen durchzogen ist und angenehm säuerlich, fast fruchtig riecht – ist er bereit!
Wirkt er noch etwas träge oder riecht ungewohnt? Dann gönnen Sie ihm noch ein bis zwei Tage. Weiterfüttern und geduldig bleiben – Fermentation ist eine Kunst, die Ausdauer belohnt.
Mit diesen einfachen Schritten ist selbstgemachtes Sauerteigbrot kein Hexenwerk mehr. Es kann sogar zu einem der schönsten und leckersten Rituale in Ihrer Küche werden. Wer einmal damit anfängt, wird beim nächsten Biss ins gekaufte Brot vielleicht schon den Unterschied schmecken.