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Frankreich treibt digitale Souveränität voran und trennt sich von US-Anbietern

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Frankreich kappt Abhängigkeit von US-Videodiensten

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Spätestens seit den Datenschutzkonflikten der vergangenen Jahre und den Folgen geopolitischer Spannungen hat die Debatte über digitale Souveränität in Europa an Schärfe gewonnen.

Vor diesem Hintergrund hat Frankreich nun eine weitreichende Entscheidung für seine Verwaltungskommunikation getroffen.

Europas digitale Wende

Europa hinterfragt zunehmend seine Abhängigkeit von US-amerikanischer IT-Infrastruktur, insbesondere mit Blick auf Sicherheit und staatliche Kontrolle sensibler Daten.

Frankreich positioniert sich nun offensiv als Vorreiter einer staatlich kontrollierten Digitalstrategie.

Abschied von US-Plattformen

Wie Euronews berichtet, will Frankreich Microsoft Teams und Zoom schrittweise aus allen Regierungsbehörden entfernen. Bis 2027 sollen sämtliche Ministerien und Verwaltungen auf eine nationale Lösung umgestellt werden.

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Die Entscheidung ist Teil einer breiteren Strategie, auf ausländische Softwareanbieter zu verzichten und kritische digitale Infrastruktur selbst zu kontrollieren.

Nach Angaben der Regierung markiert der Schritt einen Wendepunkt für die französische Digitalpolitik und soll die Unabhängigkeit des Staates langfristig sichern.

Das deutsche Auswärtige Amt untersagte bereits im April 2020 seinen Beschäftigten die Nutzung der Videokonferenz-Software Zoom auf Dienstgeräten wegen Sicherheitsbedenken und Datenschutzmängeln, wie das Handelsblatt damals berichtete.

Visio im Fokus

Statt der US-Dienste setzt Frankreich auf die heimische Videokonferenzplattform Visio. Das System wird seit rund einem Jahr getestet und zählt nach offiziellen Angaben etwa 40.000 Nutzerinnen und Nutzer.

Visio ist Bestandteil der staatlichen Suite Numérique, eines digitalen Ökosystems souveräner Werkzeuge. Diese Alternativen zu Diensten wie Gmail oder Slack sind ausschließlich für Verwaltungsmitarbeitende vorgesehen.

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Die Plattform bietet unter anderem automatische Gesprächsprotokolle und Sprechererkennung, die auf Technologie des französischen Start-ups Pyannote basiert.

Sicherheit und Kosten

Betrieben wird Visio auf der souveränen Cloud-Infrastruktur von Outscale, einer Tochtergesellschaft des französischen Softwarekonzerns Dassault Systèmes.

Laut Regierung könnten durch den Wechsel erhebliche Kosten eingespart werden. Die Lizenzgebühren ließen sich demnach um bis zu eine Million Euro pro Jahr je 100.000 Nutzer:innen reduzieren.

David Amiel, Minister für den öffentlichen Dienst und Staatsreform, sagte laut Euronews: „Ziel ist es, die Nutzung nicht-europäischer Lösungen zu beenden und die Sicherheit sowie die Vertraulichkeit öffentlicher elektronischer Kommunikation durch den Einsatz eines leistungsfähigen und souveränen Werkzeugs zu gewährleisten.”

Die Maßnahme unterstreiche Frankreichs Bestreben, staatliche Kommunikation besser gegen externe Risiken abzusichern.

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Quelle: Euronews, Handelsblatt