Startseite Geschichte Der Arzt, der in den Anfangsjahren des Motorsports Rennen fuhr

Der Arzt, der in den Anfangsjahren des Motorsports Rennen fuhr

doctor Stuart Innes-Smith
Public Domain

Persönliche Berichte aus einer früheren Ära des Motorsports zeigen, wie Rennfahrer mit technischen Defekten, Hitze und körperlichen Gefahren umgingen. Ein kürzlich begangenes Jubiläum hat die Aufmerksamkeit erneut auf jene Menschen gelenkt, die diese Zeit aus erster Hand erlebt haben.

Brooklands in Surrey, England, wurde 1907 als weltweit erste eigens für den Motorsport errichtete Rennstrecke eröffnet und entwickelte sich rasch zu einem Treffpunkt für professionelle Rennfahrer, Ingenieure, Hersteller und wohlhabende Amateure, die von Geschwindigkeit fasziniert waren.

Die stark überhöhten Kurven und die speziell angelegte Rennstrecke boten den Fahrern Möglichkeiten, die öffentliche Straßen weder sicher noch legal bieten konnten.

Zu den regelmäßigen Teilnehmern gehörte der Arzt Stuart Innes-Smith. Laut The Telegraph fuhr er Rennen mit einem Riley und hatte eine besondere Vorliebe für Handicap-Rennen, bei denen versetzte Starts es langsameren Fahrzeugen ermöglichten, leistungsstärkere Wagen unter vergleichsweise ausgeglichenen Bedingungen herauszufordern.

Seine Begeisterung ging weit über gelegentliche Rennteilnahmen hinaus. Sein älterer Bruder wurde einmal mit den Worten zitiert, er „lebte in seinem Auto und schaute nur gelegentlich zu Hause vorbei“.

Die Gefahr wurde zur persönlichen Erfahrung

The Telegraph berichtet, dass Innes-Smith mit einer Lederkappe und Schutzbrille antrat und mitunter Harris Tweed den Baumwolloveralls vorzog, die andere Fahrer trugen.

Auch der Große Preis von Großbritannien 1926 brachte bemerkenswerte Geschichten hervor. Das Brooklands Museum berichtet, dass Louis Wagner stark unter der Hitze des Auspuffs litt, als er sich den siegreichen Delage mit Robert Senechal teilte. In der Schlussphase hielt Wagner wiederholt an, um seine Füße in kaltem Wasser zu kühlen.

Andre Dubonnet hatte mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Laut dem Brooklands Museum war er zuvor noch nie in Brooklands gefahren, als er während des Rennens einen anderen Delage übernahm. Er trat in einem gewöhnlichen blauen Anzug an und erreichte das Ziel, während Flammen aus dem Motor schlugen.

Technische Probleme prägten einen großen Teil des Rennens. Während der 110 Runden mussten die Fahrzeuge wiederholt wegen Reifenproblemen, Motorschäden und Überhitzung anhalten. Ursprünglich waren 13 Wagen gemeldet, doch nur neun gingen an den Start und lediglich drei beendeten das Rennen.

Die Geschichten von Brooklands leben weiter

Diese Erlebnisse rückten bei den Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Grand-Prix-Jubiläums von Brooklands am 7. und 8. August 2026 erneut in den Mittelpunkt. Mehr als 120 Grand-Prix- und Formel-1-Wagen von über 50 Marken kamen auf der Rennstrecke in Surrey zusammen und vereinten Fahrzeuge aus sehr unterschiedlichen Epochen des Motorsports.

Die Veranstaltung stellte eine eindrucksvolle Verbindung zur Vergangenheit der Rennstrecke her, doch die Menschen, die dort Rennen fuhren, sind für ihre Geschichte ebenso wichtig wie die Fahrzeuge selbst. Ihre Erfahrungen zeigen, was der frühe Motorsport mit sich bringen konnte, als technische Defekte häufig waren und die persönliche Schutzausrüstung nur eingeschränkt vorhanden war.

Die Geschichten hinter den Fahrzeugen sind ebenso aufschlussreich wie die Wagen selbst. Der Arzt und Amateur-Rennfahrer Stuart Innes-Smith verbrachte seine Wochenenden mit Rennen in Brooklands, während die Grand-Prix-Fahrer Louis Wagner und Andre Dubonnet beim Rennen von 1926 mit ganz unterschiedlichen Problemen konfrontiert waren – von extremer Hitze über eine unbekannte Rennstrecke bis hin zu einem Fahrzeug, das mit Flammen aus dem Motor ins Ziel kam. Ihre Erlebnisse vermitteln einen deutlicheren Eindruck davon, wie es tatsächlich war, vor einem Jahrhundert in Brooklands Rennen zu fahren.

Quellen: The Telegraph