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Kinderbetreuungskrise lässt US-Familien in der Schwebe

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Die Kosten für die Betreuung kleiner Kinder sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Viele Haushalte, die Anspruch auf staatliche Unterstützung haben, erhalten diese in einem durchschnittlichen Monat dennoch nicht.

Die Preise für Kinderbetreuung stiegen zwischen 2020 und 2024 um 29 Prozent, wie Child Care Aware of America berichtet. Die Unterstützung des Bundes erreicht jedoch nur eine Minderheit der Haushalte, die die jeweiligen Anspruchsvoraussetzungen der Bundesstaaten erfüllen. Viele Eltern müssen daher einen erheblichen Teil der Betreuungskosten selbst tragen.

Das Government Accountability Office, eine unabhängige Behörde, die Bundesausgaben und -programme überprüft, stellte fest, dass in einem durchschnittlichen Monat 22 Prozent der anspruchsberechtigten Familien Unterstützung aus dem Child Care and Development Fund erhalten. Der Fonds ist das wichtigste Bundesprogramm zur Unterstützung einkommensschwächerer Familien bei der Finanzierung der Kinderbetreuung, wobei die einzelnen Bundesstaaten die Leistungen verwalten.

Wartelisten im ganzen Land stark angewachsen

Das National Women’s Law Center schätzte, dass in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 rund 400.000 Kinder auf Unterstützung für die Kinderbetreuung warteten. Anfang 2024 waren es noch etwa 118.800. Die Organisation stellte zudem fest, dass 17 Bundesstaaten Wartelisten führten oder keine neuen Anträge mehr annahmen. Dies verdeutlicht, wie stark sich der Zugang zu Unterstützung innerhalb des Landes unterscheiden kann.

Das Auslaufen vorübergehender Hilfen aus der Pandemiezeit verschärfte den bereits bestehenden Finanzierungsdruck. Child Care Aware of America berichtete, dass rund 39 Milliarden US-Dollar aus dem American Rescue Plan, einem umfangreichen Hilfspaket des Bundes aus der Pandemiezeit, für die Kinderbetreuung bereitgestellt wurden. Die Bundesstaaten mussten das Geld bis September 2024 ausgeben.

NPR berichtete, dass Valentina Sosa, eine Mutter aus Texas, mit einer Teilzeitbeschäftigung etwa 300 US-Dollar pro Woche verdient und gleichzeitig ihre kleine Tochter betreut. Die günstigste Kinderbetreuungsmöglichkeit, die sie finden konnte, kostet 975 US-Dollar im Monat – ein Betrag, der den Großteil ihres Einkommens aus dieser Tätigkeit aufzehren würde.

Sosa sagte gegenüber NPR, dass eine finanzielle Unterstützung es ihr ermöglichen könnte, mehr Stunden zu arbeiten und ihr Einkommen zu steigern. „Das würde definitiv vieles verändern“, sagte sie.

HHS nahm frühere Regeln zur Kinderbetreuung zurück

Das Department of Health and Human Services, die für die Aufsicht über das Programm zuständige Bundesbehörde, nahm 2026 Regelungen aus der Biden-Ära zurück. Diese hatten die Eigenbeteiligung von Familien auf 7 Prozent des Haushaltseinkommens begrenzt und vorgeschrieben, dass Betreuungseinrichtungen Vorauszahlungen auf Grundlage der Anmeldung statt der tatsächlichen Anwesenheit erhalten.

HHS erklärte, dass die Abschaffung der bundesweiten Vorgabe zur Eigenbeteiligung den Bundesstaaten ermöglichen könnte, die verfügbaren Mittel für mehr Kinder einzusetzen. Die Bundesstaaten können weiterhin selbst entscheiden, wie sie ihre Programme ausgestalten, und dürfen die bisherigen Standards beibehalten.

Karen Schulman vom National Women’s Law Center sagte gegenüber NPR, dass die Kinderbetreuung keine öffentliche Finanzierung in einem mit Schulen vergleichbaren Umfang erhalten habe. Kim Kofron von Children at Risk erklärte gegenüber NPR zudem, dass Bund, Bundesstaaten und Kommunen gleichermaßen eine Rolle dabei spielten, lange Wartezeiten zu verkürzen und den Zugang zu bezahlbarer Betreuung zu verbessern.

Quellen: NPR, National Women’s Law Center, Government Accountability Office, Child Care Aware of America, U.S. Department of Health and Human Services