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Die Prügelstrafe an Schulen ist in 15 US-Bundesstaaten noch nicht Geschichte

Objects used in punishment, wooden paddles to hit the palms of the hands
Sandra Moraes / Shutterstock.com

Körperliche Bestrafung ist heute in vielen Klassenzimmern unüblich, doch die Vorschriften sind nach wie vor alles andere als einheitlich. Was nach schwerwiegendem Fehlverhalten geschieht, kann weiterhin stark davon abhängen, wo sich eine Schule befindet.

Für Familien in Teilen der USA, in denen Schulen noch immer körperliche Züchtigung einsetzen, können Disziplinarentscheidungen mit Konsequenzen verbunden sein, die weit über das Klassenzimmer hinausreichen. Mit einer solchen Situation war Tessa Davis in Arkansas konfrontiert, nachdem ihr Sohn im Kindergartenalter in einen Vorfall an seiner Schule verwickelt gewesen war.

Laut NPR stellte die Schulleitung die Familie vor zwei Möglichkeiten: eine dreitägige Suspendierung oder Schläge mit einem Holzbrett. Davis sagte, sie könne es sich nicht leisten, so lange der Arbeit fernzubleiben, um mit ihrem Sohn zu Hause zu bleiben. Damit wurde die Entscheidung teilweise auch zu einer finanziellen Frage.

Später sagte sie, sie glaube, dass die körperliche Bestrafung die Angst ihres Sohnes vor der Rückkehr in die Schule verstärkt habe. „Ich glaube einfach, dass es ihm schon immer schwergefallen ist, zur Schule zu gehen, und danach ganz sicher noch mehr“, sagte sie.

Die Erfahrung führte auch zu einer umfassenderen Veränderung zu Hause. Die Familie verzichtete fortan auf körperliche Bestrafung und erlaubte auch Schulen nicht länger, ihren Sohn auf diese Weise zu bestrafen.

Die Familie Davis ist damit keineswegs allein, auch wenn Schläge mit einem Holzbrett an Schulen inzwischen weitgehend auf eine Handvoll Bundesstaaten beschränkt sind. Bundesweite Bürgerrechtsdaten verzeichneten im Schuljahr 2021/22 fast 32.000 Fälle. NPR stellte fest, dass acht Bundesstaaten für nahezu alle gemeldeten Fälle verantwortlich waren.

Unterschiedliche Regeln je nach Bundesstaat

Es gibt kein Bundesgesetz, das körperliche Bestrafung an öffentlichen Schulen verbietet. Ein großer Teil der Entscheidungen liegt daher bei den Bundesstaaten und den örtlichen Bildungsbehörden. Eine Analyse der einzelstaatlichen Gesetzgebung durch NPR ergab, dass in 15 Bundesstaaten Gesetze gelten, die Schulen den Einsatz körperlicher Bestrafung erlauben. Einzelne Schulbezirke können jedoch strengere Regeln erlassen.

Dreißig Bundesstaaten verbieten körperliche Bestrafung an öffentlichen Schulen ausdrücklich, ebenso Washington, D.C. In den übrigen Bundesstaaten ist die Rechtslage komplizierter. In einigen werden andere Gesetze als Verbot ausgelegt, während es in anderen kein ausdrückliches Verbot auf Ebene des Bundesstaates gibt.

Von NPR zitierte Forschung bringt körperliche Bestrafung unter anderem mit erhöhter Aggressivität und Angst in Verbindung. Die Entwicklungspsychologin Joan Durrant sagte, sie könne zudem Beziehungen schädigen und Kinder dazu bringen, Fehlverhalten zu verheimlichen, statt offen damit umzugehen. „Das fördert Unehrlichkeit ganz erheblich“, sagte sie. „Man lernt zu lügen. Man lernt, Bestrafung zu vermeiden.“

Oklahoma überlässt die Entscheidung weiterhin den lokalen Behörden

Der Psychologe Randy Randleman aus Oklahoma befürwortet es, Schläge mit einem Holzbrett in bestimmten Fällen vorsätzlichen Fehlverhaltens weiterhin als Möglichkeit vorzusehen. Er bezeichnet sie jedoch als letztes Mittel und nicht als routinemäßige Disziplinarmaßnahme.

An den Warner Public Schools bleibt körperliche Bestrafung eine Option, sofern die Eltern ihr zugestimmt haben. Grundschulleiter Alan Gordon sagte gegenüber NPR, dass zunächst andere Disziplinarmaßnahmen ergriffen würden, bevor Schläge mit einem Holzbrett in Betracht gezogen werden. „Ich denke, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit Disziplin das Leben von Kindern verändern kann“, sagte er.

Das Ergebnis ist ein System mit erheblichen lokalen Unterschieden. Für Schülerinnen und Schüler sowie ihre Familien können sich die Regeln für körperliche Bestrafung bereits beim Überqueren einer Bundesstaatsgrenze ändern.

Quelle: NPR