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Putin sagt, die Ukraine sei kein echtes Land – doch Russland hat ein Abkommen unterzeichnet, das ihre Staatlichkeit anerkennt

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Es ist wohl sicher zu sagen, dass Russland heute seine Verpflichtung aus dem Abkommen zurückgezogen hat.

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Es ist wohl sicher zu sagen, dass Russland heute seine Verpflichtung aus dem Abkommen zurückgezogen hat.

Ist die Ukraine ein Staat oder nicht?

Die meisten Menschen weltweit würden sagen: „Ja, natürlich.“ Doch laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ist sie das nicht.

Der Essay von 2021

Noch vor Beginn der großangelegten Invasion schrieb Putin im Jahr 2021 einen Essay, in dem er die Idee propagierte, dass die Ukraine kein souveräner Staat sei.

Der Essay mit dem Titel „Über die historische Einheit von Russen und Ukrainern“ argumentierte, dass die Ukraine historisch ein Teil Russlands sei – ein Argument, das er während des Krieges mehrfach wiederholt hat.

Kein Staat? Nun, Russlands Unterschrift sagt etwas anderes

Tatsache ist: Die Ukraine ist selbstverständlich ein souveräner Staat – und selbst Russland hat diese Tatsache bereits 1994 anerkannt, als es das Budapester Memorandum unterzeichnete.

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Sie wissen nicht genau, was das ist? Kein Problem – hier eine Übersicht:

Post-sowjetischer Kontext

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 erbte die nun unabhängige Ukraine das weltweit drittgrößte Atomwaffenarsenal, was internationale Sorgen über eine mögliche Weiterverbreitung von Atomwaffen auslöste.

Globale Ziele zur Nichtverbreitung

Die Vereinigten Staaten, Russland und andere Mächte wollten, dass die Ukraine, Belarus und Kasachstan ihre Atomwaffen aufgeben und dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) als Nicht-Atomwaffenstaaten beitreten.

Verhandlungen bis zum Memorandum

In den frühen 1990er-Jahren konzentrierten sich diplomatische Bemühungen auf Sicherheitsgarantien und wirtschaftliche Unterstützung, um die Ukraine zum Abrüsten zu bewegen.

Entscheidende Gespräche gipfelten Ende 1994..

Unterzeichnung beim OSZE-Gipfel

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Am 5. Dezember 1994 erklärte sich die Ukraine auf dem Gipfel der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Budapest bereit, dem NPT beizutreten.

Im Gegenzug erhielt sie formelle Sicherheitszusagen.

Kerninhalt – Sicherheitsgarantien

Das Memorandum verspricht die Achtung der Souveränität, Unabhängigkeit und bestehenden Grenzen der Ukraine und betont das Verbot von Gewalt oder Drohungen gegen ihre territoriale Integrität.

Verpflichtung zum Verzicht auf Atomwaffen

Die Unterzeichner verpflichteten sich, niemals Atomwaffen gegen die Ukraine einzusetzen – außer in Fällen der Selbstverteidigung oder wenn sie im Bündnis mit einem nuklear bewaffneten Staat angegriffen würden.

Prinzip der Nicht-Nötigung

Das Memorandum enthält Zusagen gegen wirtschaftlichen Zwang, um sicherzustellen, dass kein Druck ausgeübt wird, der die Rechte oder die Politik der Ukraine untergräbt.

UN- und internationale Unterstützungsklausel

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Die Unterzeichner vereinbarten, im Falle einer nuklearen Bedrohung oder eines Angriffs gegen die Ukraine sofortiges Handeln im UN-Sicherheitsrat zu suchen, um so einen Weg für internationale Unterstützung bereitzustellen.

Wichtige Unterzeichner

Das Memorandum wurde von der Ukraine, Russland, den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Kasachstan und Belarus unterzeichnet.

China und Frankreich gaben ähnliche einseitige Zusicherungen ab, waren jedoch keine offiziellen Unterzeichner.

Historische Bedeutung und spätere Kontroversen

Das Budapester Memorandum gilt als Eckpfeiler der Abrüstung nach dem Kalten Krieg. Doch Russlands Vorgehen auf der Krim (2014) und die Invasion 2022 haben Debatten über die Wirksamkeit und Durchsetzbarkeit dieser Sicherheitsgarantien ausgelöst.

Hat auch der Westen dagegen verstoßen?

Laut Memorandum verpflichten sich die Unterzeichner, im UN-Sicherheitsrat sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um einem anderen Unterzeichner Hilfe zu leisten, falls dieser „Opfer eines Angriffs oder einer Bedrohung durch einen Angriff mit Atomwaffen werden sollte“.

Die Drohung mit Atomwaffen

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Russische Politiker haben wiederholt die Möglichkeit ins Spiel gebracht, taktische Atomwaffen in der Ukraine einzusetzen. Dies könnte als klare Drohung verstanden werden, die das Vereinigte Königreich und die USA zum Handeln veranlassen müsste.

Ob die westlichen Verbündeten anders hätten reagieren sollen, ist Gegenstand von Diskussionen.

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