Warme Innenräume können den Körper noch lange nach dem Zubettgehen wach halten. Für Menschen, die besonders empfindlich auf Hitze reagieren, können die Folgen über eine unruhige Nacht hinausgehen.
Ob man einschlafen kann, hängt unter anderem davon ab, ob der Körper ausreichend abkühlen kann. Bleibt das Schlafzimmer warm, wird dieser natürliche Prozess erschwert. Gleichzeitig kann die Sorge, nicht einschlafen zu können, ein weiteres Hindernis darstellen.
Experten, die von The Guardian befragt wurden, sagen, dass sich körperliches Unbehagen und psychische Anspannung in heißen Nächten häufig gegenseitig verstärken.
Warum hohe Luftfeuchtigkeit das Abkühlen erschwert
Die Körperkerntemperatur sinkt normalerweise während der üblichen Schlafenszeit. Die wissenschaftliche Übersichtsarbeit „Effects of thermal environment on sleep and circadian rhythm“, die im Journal of Physiological Anthropology veröffentlicht wurde, beschreibt Temperaturregulation und Schlaf als eng miteinander verbunden.
Schwitzen hilft dem Körper, Wärme durch Verdunstung abzugeben. Bei hoher Luftfeuchtigkeit verdunstet die Feuchtigkeit auf der Haut langsamer, wodurch der kühlende Effekt nachlässt.
Dr. Yi Cai, Direktor der Schlafchirurgie am New York-Presbyterian und am Columbia University Irving Medical Center, erklärte gegenüber The Guardian, dass Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit die natürlichen Kühlsysteme des Körpers beeinträchtigen können. Solche Bedingungen können das Einschlafen verzögern oder zu wiederholtem Erwachen während der Nacht führen.
Auch Sorgen können das Problem verlängern. Wer ständig auf die Uhr schaut, die verbleibenden Stunden zählt und sich einen anstrengenden nächsten Tag ausmalt, bleibt möglicherweise noch wacher.
„Wenn Sie wegen der Hitze nicht einschlafen können, bleiben Sie nicht im Bett liegen und werden Sie dabei nicht zunehmend frustriert“, sagte die Schlafexpertin Dr. Shelby Harris gegenüber The Guardian. „Stehen Sie auf, kühlen Sie sich ab und gehen Sie erst dann wieder ins Bett, wenn Sie erneut schläfrig sind.“
Beschwerden lindern und Warnzeichen erkennen
Die von The Guardian zitierten Experten empfehlen, die Aufheizung der Wohnung tagsüber zu begrenzen, indem Vorhänge oder Jalousien geschlossen sowie unnötige Beleuchtung und elektronische Geräte ausgeschaltet werden. Nach Sonnenuntergang kann das Öffnen der Fenster helfen, wenn die Außenluft kühler ist.
Locker sitzende Kleidung und leichte Bettwäsche speichern weniger Wärme. Ventilatoren, gekühlte Kissenbezüge und feuchte Tücher können den Komfort verbessern, schützen jedoch nicht vor gefährlich hohen Innentemperaturen.
Alkohol, Koffein und intensive körperliche Betätigung am späten Abend können den Schlaf zusätzlich beeinträchtigen. Regelmäßiges Trinken über den Tag hinweg unterstützt den Flüssigkeitshaushalt, ohne dass kurz vor dem Schlafengehen große Mengen getrunken werden müssen.
Die US Centers for Disease Control and Prevention weisen darauf hin, dass ältere Menschen, kleine Kinder und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen bei extremer Hitze einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.
Mögliche Anzeichen eines Hitzschlags sind Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit, eine sehr hohe Körpertemperatur sowie heiße Haut, die trocken oder feucht sein kann. Das Schwitzen hört dabei nicht zwangsläufig auf.
Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall und erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung.
Quellen: The Guardian, Journal of Physiological Anthropology, US Centers for Disease Control and Prevention