Startseite Gesundheit Die überraschende Wahrheit über Milch und starke Knochen

Die überraschende Wahrheit über Milch und starke Knochen

Die überraschende Wahrheit über Milch und starke Knochen

Knochendichte, Muskelkraft und Gleichgewicht beeinflussen das Risiko von Knochenbrüchen im späteren Leben. Die Ernährung kann dazu beitragen, das Risiko zu verringern, doch kein einzelnes Lebensmittel bietet vollständigen Schutz.

Die Grundlage für ein gesundes Skelett wird lange gelegt, bevor brüchige Knochen sichtbar werden. BBC berichtet, dass die Knochendichte in der Regel im frühen Erwachsenenalter ihren Höchststand erreicht und anschließend allmählich abnimmt.

Kate Ward, Professorin für globale muskuloskelettale Gesundheit an der University of Southampton, erklärte, dass die Stabilität des Skeletts im Alter teilweise von den Reserven abhänge, die während der Kindheit und des frühen Erwachsenenalters aufgebaut wurden.

Dieser Abbau kann über Jahre hinweg unbemerkt bleiben. Schätzungsweise 500 Millionen Menschen weltweit leiden an Osteoporose, während sich laut den von der BBC zitierten Zahlen jedes Jahr mehr als 10 Millionen Hüftfrakturen bei Menschen über 55 Jahren ereignen.

Frauen verlieren nach den Wechseljahren besonders rasch an Knochendichte. Auch bei Männern wird Osteoporose zunehmend erkannt, unter anderem weil heute mehr Männer ein Alter erreichen, in dem eine deutliche Schwächung der Knochen sichtbar wird.

Knochen und Muskeln arbeiten zusammen

Zur Vorbeugung von Knochenbrüchen reicht es nicht aus, ausreichend Mineralstoffe in den Knochen zu erhalten. Ebenso wichtig ist es, Muskelkraft und Stabilität zu bewahren, da dies das Sturzrisiko senken kann.

„Knochen und Muskeln sollten eigentlich als ein einziges System betrachtet werden“, sagte Bess Dawson-Hughes, Professorin an der Tufts University, die auf die Funktion von Knochen und Muskeln spezialisiert ist. „Wenn Sie Ihre Muskelkraft erhalten, sinkt das Sturzrisiko – und damit auch das Risiko für Knochenbrüche erheblich.“

Die BBC berichtet über eine zweijährige Studie mit 7.195 älteren Menschen, die in Pflegeeinrichtungen lebten. Teilnehmer, deren Ernährung zusätzliche Milchprodukte und mehr Eiweiß enthielt, hatten ein um 11 Prozent geringeres Sturzrisiko und ein um 46 Prozent geringeres Risiko für Hüftfrakturen als die Vergleichsgruppe.

Die Forschenden vermuten, dass die Kombination aus Kalzium und Eiweiß zu diesem Ergebnis beigetragen hat. Kalzium ist entscheidend für den Aufbau der Knochen, während Eiweiß zum Erhalt der Muskelmasse beiträgt. Vitamin D ermöglicht dem Körper die Aufnahme von Kalzium. Auch Magnesium, Phosphor, Zink und Vitamin K spielen eine wichtige Rolle.

Milchprodukte sind nicht unverzichtbar

Milch, Käse und Joghurt sind bewährte Kalziumquellen. Eine knochengesunde Ernährung muss jedoch nicht auf Milchprodukten basieren. Grünes Gemüse, Hülsenfrüchte, angereicherte Lebensmittel und Sojaprodukte können ebenfalls zur täglichen Kalziumzufuhr beitragen.

Fische wie Sardinen liefern sowohl Kalzium als auch Eiweiß in einer Portion, während fettreiche Fischarten zusätzlich Vitamin D enthalten. Entscheidend ist weniger ein einzelnes Lebensmittel als vielmehr eine abwechslungsreiche Ernährung, die Knochen und Muskeln regelmäßig mit den benötigten Nährstoffen versorgt.

Die wissenschaftliche Evidenz für einzelne Lebensmittel ist jedoch weiterhin begrenzt. Laut einer von der BBC zusammengefassten Untersuchung standen Isoflavon-Präparate aus Soja bei Frauen nach den Wechseljahren mit geringfügigen Verbesserungen der Knochendichte in Zusammenhang. Eine weitere Studie ergab, dass Frauen, die Trockenpflaumen aßen, weniger Knochenmasse verloren als Frauen der Vergleichsgruppe.

Nahrungsergänzungsmittel können sinnvoll sein, wenn die Ernährung oder die Sonnenlichtexposition nicht ausreicht. Sie sind jedoch nicht automatisch für alle Menschen von Vorteil. Amelia Moore, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Guy’s Hospital Osteoporosis Unit in London, wies darauf hin, dass ihre Wirkung je nach Bevölkerungsgruppe unterschiedlich ausfällt.

Eine sehr hohe Zufuhr von Vitamin D kann das Sturzrisiko erhöhen, während Kalziumpräparate im Allgemeinen nur empfohlen werden, wenn die Kalziumzufuhr über die Ernährung nicht ausreicht.

„Zu den besten Möglichkeiten, unsere Knochen gesund zu halten, gehört eine gesunde, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung“, sagte Moore.

Die zentrale Botschaft lautet, dass das Risiko für Knochenbrüche von mehr als nur der Knochendichte abhängt. Eine abwechslungsreiche Ernährung, regelmäßige gewichtsbelastende körperliche Aktivität und eine kräftige Muskulatur tragen jeweils auf unterschiedliche Weise dazu bei, dieses Risiko zu verringern.

Quelle: BBC