Das Verständnis der letzten Lebensphase kann in schwierigen Zeiten Ruhe geben.
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Schwere Krankheiten konfrontieren Familien oft mit schwierigen Fragen darüber, was bevorsteht. Wenn Behandlungen nicht mehr wirken, verlagert sich der Fokus auf Komfort, Würde und das Verständnis des natürlichen Sterbeprozesses.
Laut Dr. Joseph Shega, Chief Medical Officer bei VITAS Healthcare, kann Wissen darüber, was zu erwarten ist, Angehörigen helfen, sich besser vorbereitet und weniger allein zu fühlen.
Hier ein Überblick über die letzten Monate, Wochen und Tage – sowie praktische Wege, Unterstützung zu bieten.
Nachlassender Appetit

Wenn der Körper langsamer wird, verliert Essen an Bedeutung. Betroffene verlieren oft das Interesse an Nahrung.
Kleine Portionen oder Lieblingsspeisen können angeboten werden, aber es ist wichtig, den Wunsch zu respektieren, nicht zu essen.
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Mehr Schlaf, weniger Aktivität

Müdigkeit nimmt zu, und die Betroffenen schlafen oder ruhen mehr.
Statt sie wach zu halten, sollte eine ruhige und angenehme Umgebung geschaffen werden.
Emotionaler Rückzug

Viele Menschen ziehen sich innerlich zurück und reflektieren über ihr Leben.
Dies ist kein Zeichen von Ablehnung, sondern ein natürlicher Teil der emotionalen Verarbeitung.
Schmerzen und Unwohlsein

Schmerzen, Übelkeit oder allgemeines Unwohlsein können zunehmen.
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Dr. Shega betont, dass Pflegeteams helfen können, Symptome zu lindern.
Erhöhtes Infektionsrisiko

Ein geschwächtes Immunsystem erhöht die Anfälligkeit für Infektionen.
Pflegekräfte können Familien dabei unterstützen, Warnzeichen zu erkennen.
Schnelle Veränderungen bei Energie und Bewusstsein

In den letzten Wochen werden Müdigkeit und Verwirrung stärker.
Einfache Kommunikation und eine ruhige Umgebung können helfen.
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Aufhören zu essen und zu trinken

Viele Menschen stellen schließlich die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme ein.
Auch wenn das schwer anzusehen ist, gehört es zum natürlichen Abschalten des Körpers.
Unruhe

Einige wirken unruhig oder angespannt.
Sanfte Berührungen, beruhigende Worte und Unterstützung durch Pflegekräfte können helfen.
Veränderungen der Atmung

Die Atmung kann unregelmäßig werden oder von Geräuschen begleitet sein.
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Das Hochlagern des Kopfes oder ein Luftbefeuchter kann Erleichterung bringen.
Verwirrung und Visionen

Halluzinationen oder lebhafte Träume können auftreten.
Beruhigung und Zuhören sind hilfreicher als Korrekturen.
Körperliche Anzeichen in den letzten Tagen

In den letzten Tagen werden Veränderungen deutlicher, etwa Schluckbeschwerden oder geringere Reaktionsfähigkeit.
Einfache Maßnahmen wie das Befeuchten des Mundes können Komfort bieten.
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Der Körper fährt herunter

Zwei bis drei Tage vor dem Tod beginnen die Körpersysteme schneller herunterzufahren.
Die Haut kann sich verfärben, Reaktionen nehmen ab und die Atmung verändert sich.
Die letzten Stunden

In den letzten 48 Stunden treten typische Anzeichen auf, darunter unregelmäßige Atmung und das sogenannte „Todesrasseln“.
Auch wenn dies belastend sein kann, gilt es als normaler Teil des Sterbeprozesses.
Unterstützung durch Anwesenheit

In dieser Phase ist Anwesenheit entscheidend.
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Still dabeizusitzen, eine Hand zu halten oder leise zu sprechen, kann Trost spenden – auch wenn keine Reaktion erfolgt.
Dr. Shega und das Team von VITAS Healthcare betonen, dass das Sterben kein einzelner Moment ist, sondern ein individueller Prozess.
Quelle: VITAS Healthcare