Startseite Gesundheit Studie findet überraschenden Zusammenhang zwischen Haarausfall und Ozempic sowie Mounjaro

Studie findet überraschenden Zusammenhang zwischen Haarausfall und Ozempic sowie Mounjaro

Hairloss, håravfall
New Africa / Shutterstock.com

Obwohl das Muster klar ist, bleibt die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, Haare zu verlieren, sehr gering.

Beliebte Medikamente zur Gewichtsabnahme und Diabetesbehandlung wie Ozempic, Wegovy und Mounjaro können eine unerwünschte Nebenwirkung haben.

Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in The BMJ, zeigt, dass GLP-1-Medikamente bei einigen Anwendern mit einem leichten Anstieg von Haarausfall verbunden sind.

Forschende der University of Pennsylvania untersuchten elektronische Gesundheitsakten von über 35.000 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zwischen 2019 und 2024.

Sie verglichen Patientinnen und Patienten, die GLP-1-Medikamente einnahmen, mit jenen, die andere gängige Behandlungen erhielten, insbesondere SGLT-2- und DPP-4-Inhibitoren.

Die Daten zeigten ein klares Muster. Patientinnen und Patienten, die GLP-1-Behandlungen erhielten, hatten ein um 37 % höheres Risiko für Haarausfall im Vergleich zu jenen, die SGLT-2-Inhibitoren einnahmen.

Im Vergleich zu Patientinnen und Patienten, die DPP-4-Inhibitoren erhielten, stieg dieses Risiko auf 68 %.

Glücklicherweise bleibt die Gesamtwahrscheinlichkeit, Haare zu verlieren, relativ gering und liegt laut Reuters bei drei bis neun pro 1.000 Personen pro Jahr.

Dies ergibt ein jährliches Gesamtrisiko von weniger als einem Prozent über alle Gruppen hinweg.

Das Risiko verstehen

Die Studie stellte zudem fest, dass das Problem auf nicht-vernarbende Alopezie beschränkt war. Das bedeutet, dass die Haarfollikel intakt bleiben, was ein zukünftiges Nachwachsen der Haare ermöglicht, sobald sich die Bedingungen stabilisiert haben.

Warum geschieht dies? Die Studie bewies keine direkte Kausalität, aber Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben einige starke Theorien. Schneller Gewichtsverlust löst häufig plötzlichen Haarausfall aus, indem er den natürlichen Wachstumszyklus stört.
Schnelles Abnehmen kann auch zu vorübergehendem Eisen- oder Zinkmangel führen, während sich ändernde Hormonspiegel ebenfalls eine Rolle spielen könnten.

Viele offene Fragen

Dennoch bleiben wichtige Fragen offen. Der Datensatz konnte nicht zeigen, wie stark der Haarausfall war oder ob die Haare nach Absetzen des Medikaments wieder nachwuchsen.

Der Beobachtungscharakter der Studie bedeutet auch, dass nicht erfasste Faktoren das Ergebnis beeinflusst haben könnten.

Trotz dieser Einschränkungen sehen Expertinnen und Experten die Evidenz als einen entscheidenden Fortschritt. Die Studienautorinnen und -autoren schlussfolgerten: „Unsere Ergebnisse erweitern frühere anekdotische Sicherheitssignale und liefern systematischere Beweise, um das klinische Bewusstsein für diese potenzielle Nebenwirkung zu schärfen.“

Das Wissen um diesen Zusammenhang hilft Ärztinnen und Ärzten sowie Patientinnen und Patienten, gemeinsam bessere Entscheidungen zu treffen.