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Warum 10.000 Schritte kein Gesundheitsgarant sind

Walk, walking
Jacek Chabraszewski / Shutterstock.com

Die Empfehlung, täglich 10.000 Schritte zu gehen, gilt für viele Menschen als Maßstab für ein aktives Leben.

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Fitnessuhren, Apps und Gesundheitsratgeber greifen die Zahl regelmäßig auf. Doch aus sportwissenschaftlicher Sicht ist sie kein verlässlicher Richtwert für alle.

Bewegung ist wichtig – aber individuell

Regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf Körper und Geist aus. Sie fördert den Kreislauf, unterstützt die Durchblutung und hilft dabei, Muskel-, Sehnen- und Gelenkfunktionen zu erhalten.

Dabei muss es kein intensiver Sport sein. Schon Spaziergänge oder mehr Bewegung im Alltag können einen gesundheitlichen Effekt haben.

Ein fixes Schrittziel kann zwar motivieren, sollte sich jedoch an der persönlichen Fitness orientieren.

Wer wenig Bewegung gewohnt ist, überfordert seinen Körper schnell, wenn er abrupt sehr hohe Ziele verfolgt.

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Zu schneller Einstieg kann schaden

Der Kölner Sportwissenschaftler Ingo Froböse warnt davor, ohne Vorbereitung direkt 10.000 Schritte pro Tag anzustreben.

Im Gespräch mit dem Portal Utopia erklärte er, dass ein solch plötzlicher Anstieg zu Muskelkater, Gelenkbeschwerden oder Zerrungen führen könne.

Bewegung müsse schrittweise gesteigert werden, um gesund zu bleiben.

Ein Werbeslogan als Ursprung

Die bekannte Zahl hat keinen medizinischen Ursprung.

Laut Froböse wurde sie 1964 von der japanischen Firma Yamasa als Werbeslogan für einen Schrittzähler eingeführt. Trotz fehlender wissenschaftlicher Grundlage habe sich das Ziel weltweit etabliert.

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Studien sprechen für weniger Schritte

Eine in der Fachzeitschrift The Lancet Public Health veröffentlichte Metastudie zeigt, dass bereits rund 7.000 Schritte pro Tag ausreichen, um die Gesundheit deutlich zu verbessern.

Damit sinkt unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und die allgemeine Sterblichkeit.

Besser auf den eigenen Körper hören

Froböse rät zu einem einfachen Ansatz: „Gehen Sie etwa 3.000 Schritte mehr, als Sie es normalerweise tun.“

Zudem müsse nicht jede Bewegung digital erfasst werden.

„Ich brauche nur ein Gefühl für meinen eigenen Körper“, so der Professor.

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Mehr Bewegung lasse sich vor allem in Arbeit, Alltag und Freizeit integrieren.

Quellen: Utopia, Bunte