Jahrelang schien das Schicksal der Internationalen Raumstation als besiegelt.
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Nun hat ein unerwarteter Schritt im Kongress die Debatte darüber neu entfacht, ob der berühmteste Außenposten der Menschheit im Orbit tatsächlich einem feurigen Ende zugeführt werden sollte, berichtet WP Tech.
Infragestellung des Plans
Abgeordnete des US-Kongresses haben die NASA aufgefordert zu prüfen, ob die Internationale Raumstation (ISS) erhalten werden könnte, anstatt sie gezielt außer Betrieb zu nehmen. Der Antrag wurde während einer jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft, Raumfahrt und Technologie des Repräsentantenhauses eingebracht.
Die Abgeordneten verabschiedeten ein Gesetz zur Autorisierung der NASA-Arbeit, begleitet von mehr als 40 Änderungsanträgen. Einer davon fordert die Raumfahrtbehörde auf, die Machbarkeit einer weiteren Nutzung der ISS im Orbit zu bewerten.
Aus bereits festgelegtes Ende
Der aktuelle Plan der NASA sieht vor, dass Astronauten die Station bis 2030 verlassen, gefolgt von einem kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre im Jahr 2031. Nach diesem Szenario würden verbleibende Trümmer der Station im Pazifik niedergehen.
Der Änderungsantrag ändert diesen offiziellen Zeitplan nicht. Stattdessen verlangt er eine detaillierte Analyse der Kosten und Risiken, die mit einer Anhebung der ISS in eine höhere und sicherere Umlaufbahn verbunden wären, in der sie möglicherweise noch jahrzehntelang verbleiben könnte.
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Kostspieliges Erbe
Befürworter des Vorschlags argumentieren, dass allein der immense Wert der Station eine Neubewertung rechtfertige. Die ISS wird von WPtech als eine der größten ingenieurtechnischen Leistungen der Menschheit beschrieben, die über 25 Jahre hinweg zu geschätzten Kosten von rund 100 Milliarden US-Dollar entwickelt wurde.
Aus dieser Perspektive, so die Abgeordneten, sollte ihre Zerstörung nicht als routinemäßiger technischer Schritt behandelt werden, sondern als eine Entscheidung, die eine gründlichere Prüfung verdient.
Technische Hürden
Ein im Jahr 2024 veröffentlichter NASA-Bericht, auf den sich WPtech bezieht, zeigt, dass das Anheben der ISS in eine höhere Umlaufbahn mehr als doppelt so viel Treibstoff erfordern könnte wie ein kontrollierter Wiedereintritt. Ein solcher Schritt würde zudem neue Raumfahrzeuge mit Antriebssystemen erfordern, die in der Lage sind, die massive Struktur zu bewegen.
Auch in einer höheren Umlaufbahn bliebe die Station anfällig für Kollisionen mit Weltraumschrott. Zudem müssten Wissenschaftler das Alter der ISS berücksichtigen, einschließlich bestehender Mikrorisse und Luftlecks.
Kommerzielle Zukunft
Unabhängig vom Ausgang ist nicht damit zu rechnen, dass Astronauten die ISS nach 2030 noch besuchen. Stattdessen setzt die NASA auf kommerzielle Raumstationen und plant, Kapazitäten zu mieten, anstatt selbst eine Plattform zu betreiben.
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Unternehmen wie Vast, Axiom Space, Voyager Space und Blue Origin entwickeln private Stationen, doch es ist unklar, ob eine davon bereit sein wird, bevor die ISS das Ende ihrer geplanten Lebensdauer erreicht.
Offenes Ende
Vorerst bleibt die Zukunft der Internationalen Raumstation ungewiss. Ob sie in eine höhere Umlaufbahn angehoben wird oder der Geschichte überlassen bleibt – die Abgeordneten haben signalisiert, dass das letzte Kapitel noch nicht geschrieben ist.
Quellen: WPtech