Dreht sich Ihr Hund oder Ihre Katze vor dem Schlafen im Kreis? Der Grund ist überraschend

Amalie L.

18 Stunden vor

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03/04/2025
Haustiere
Foto: Shutterstock
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Bevor man sich richtig in die Decken einkuschelt und die Augen schließt, wird oft noch das Kissen aufgeplustert, die Decke zurechtgezogen und die Beine vielleicht ein paar Mal hin und her bewegt.

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So machen wir es – und genauso verhalten sich auch unsere vierbeinigen Freunde.

Doch während wir Menschen lediglich versuchen, die perfekte Schlafposition zu finden, sieht dieses Verhalten bei Hunden und Katzen ein wenig anders aus. Wenn sie sich im Kreis drehen, bevor sie sich hinlegen, geschieht das nicht einfach nur aus Gewohnheit.

Es steckt mehr dahinter als bloß eine schläfrige Routine. Das berichtet das Medium quest.nl.

Ein Instinkt aus der Eiszeit

Claudia Vinke, Verhaltensbiologin an der Universität Utrecht, hat dieses Phänomen bei Hunden, Katzen – und auch anderen pelzigen Tieren – untersucht.

Ihr zufolge geht es bei den vielen Drehungen auf dem Schlafplatz um zwei zentrale Aspekte: Komfort und Sicherheit.

„Das Drehen hat viel damit zu tun, die richtige Schlafposition zu finden – nämlich zusammengekringelt“, erklärt sie.

Darüber hinaus ist es auch eine effektive Methode für Tiere, sich warm zu halten:

„Die Bäuche von pelzigen Tieren sind ebenfalls behaart, aber dennoch empfindlich“, sagt Vinke und führt weiter aus:

„Dort befinden sich die Därme und andere lebenswichtige Organe.“

Indem sich die Tiere zusammenrollen, schützen sie sich also nicht nur, sondern bewahren auch ihre Körperwärme – ein entscheidender Vorteil, insbesondere für arktische Schlittenhunde in eisiger Kälte.

Bevor sie sich niederlassen, schnüffeln sie zudem häufig noch einmal am Untergrund.

Laut Vinke ist dies eine Methode, um zu überprüfen, ob sich möglicherweise bereits ein anderes Tier an diesem Platz aufgehalten hat:

„War hier schon jemand?“ sagt sie und erläutert, dass der Schlafplatz gewissermaßen erst genehmigt werden muss.

Weiche Decke oder unebener Untergrund?

Eine kleine Studie des US-amerikanischen Psychologen Stanley Coren zeigt tatsächlich, dass die Beschaffenheit des Untergrunds einen großen Einfluss auf das Drehverhalten der Tiere hat.

Zwei Gruppen von Hunden erhielten jeweils eine glatte beziehungsweise eine unebene Unterlage zum Schlafen – und raten Sie, welche Gruppe sich häufiger drehte? Richtig – jene mit der unebenen Decke.

Die glatte Decke war offenbar bequem genug, um sich einfach sofort darauf niederzulassen.

Auch wir Menschen machen es ähnlich

Wie Vinke betont, sind wir Menschen in diesem Verhalten gar nicht so verschieden:

„Bevor wir schlafen, drehen und wenden wir uns oft ebenfalls, bis wir eine angenehme Position gefunden haben.“

Wenn sich also Ihr Hund oder Ihre Katze das nächste Mal wie ein kleiner, flauschiger Tornado im Kreis dreht, bevor er oder sie sich zum Schlafen niederlässt – dann wissen Sie jetzt, dass mehr dahintersteckt als nur ein paar müde Pirouetten.