Viele Hundebesitzer kennen das Bild: Kaum bewegt man sich, folgt der Hund.
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Was oft als reine Anhänglichkeit gedeutet wird, hat laut Verhaltensforschung deutlich komplexere Ursachen.
Soziale Bindung als Grundinstinkt
Hunde sind stark soziale Tiere. Sie orientieren sich im Alltag an ihrer wichtigsten Bezugsperson, weil diese Sicherheit und Stabilität vermittelt.
Studien zeigen, dass Hunde ihr Verhalten eng an dem ihrer Menschen ausrichten – selbst dann, wenn sie nicht vollständig verstehen, was diese gerade tun.
Nähe ist für Hunde daher ein natürlicher Weg, sich zu orientieren und wohlzufühlen.
Wenn Nähe in Angst umschlägt
Problematisch wird das Folgen dann, wenn es nicht mehr freiwillig, sondern aus innerem Druck geschieht.
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Fachleute weisen darauf hin, dass Hunde aus Angst hinterherlaufen können – insbesondere aus der Sorge, allein gelassen zu werden.
Diese Form der Trennungsangst zeigt sich nicht nur durch ständiges Folgen, sondern auch durch Stresssymptome wie Hecheln, Zittern, Jaulen, Unsauberkeit oder zerstörtes Inventar.
Sicherheit durch Training schaffen
Ziel im Umgang mit sehr anhänglichen Hunden ist es, Sicherheit zu vermitteln, ohne die Abhängigkeit zu verstärken.
Dazu gehört, angstauslösende Signale wie Schlüssel oder Schuhe bewusst zu entschärfen. Kurze Trennungen sollten langsam aufgebaut werden.
Aufmerksamkeit erhält der Hund nicht für das Hinterherlaufen, sondern erst dann, wenn er ruhig bleibt. Ergänzend helfen Entspannungsübungen im Alltag.
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Beschäftigung stärkt Selbstständigkeit
Auch eine sinnvolle Auslastung unterstützt die Eigenständigkeit.
Suchspiele, Nasenarbeit oder interaktives Futterspielzeug lenken den Hund und fördern ruhiges Alleinsein.
Bei schweren Angstreaktionen kann professionelle Unterstützung notwendig sein.
Quelle: Bunte