Startseite Klimawandel The Odyssey wirft ein Schlaglicht auf Griechenlands Tourismusboom

The Odyssey wirft ein Schlaglicht auf Griechenlands Tourismusboom

Messenia Matt Damon The Odyssey
Shutterstock + Universal

Ein weltweit beachteter Film hat die Belastungen beliebter Reiseziele erneut in den Fokus gerückt. Im Mittelpunkt der Debatte steht nun die Frage, wie sich weiteres Wachstum steuern lässt, ohne die Orte zu gefährden, die Besucher überhaupt erst anziehen.

Hotels, landwirtschaftliche Betriebe, Haushalte und geschützte Feuchtgebiete sind in Messenien auf begrenzte Wasserressourcen angewiesen. Während der trockenen Sommermonate steigt der Wasserbedarf stark an – genau dann, wenn Niederschläge und Süßwasserzuflüsse am geringsten sind.

Die Situation hat verstärkt Aufmerksamkeit erregt, seit Landschaften rund um die Voidokilia-Bucht in Christopher Nolans The Odyssey zu sehen waren.

Der Film kam am 17. Juli 2026 weltweit in die Kinos und spielte laut Associated Press am Eröffnungswochenende schätzungsweise 264,1 Millionen US-Dollar ein.

Wasserknappheit im Sommer

The Guardian berichtet, dass Messenien für die Versorgung von Haushalten, Landwirtschaft und Tourismus vollständig auf Grundwasser angewiesen ist. Heißere Sommer und schneearme Winter verringern die Wassermenge, die vor der Hauptreisezeit in die unterirdischen Reserven zurückfließt.

Besonders bedeutsam sind die Auswirkungen rund um die Gialova-Lagune, die in einem Natura-2000-Schutzgebiet liegt. Untersuchungen des EU-geförderten Projekts COASTAL zeigen, dass Verdunstung und eindringendes Meerwasser im Sommer den größten Einfluss haben. Im Winter gewinnen Niederschläge und Süßwasserzuflüsse dagegen an Bedeutung.

Die Forschungsergebnisse von COASTAL zeigen zudem, dass die Verdunstung in den warmen Monaten für rund 70 Prozent der Wasserverluste der Lagune verantwortlich ist. Geringere Süßwasserzuflüsse erhöhen den Salzgehalt, während Abwasser, landwirtschaftliche Einträge und Aktivitäten rund um nahe gelegene Golfplätze das Algenwachstum fördern, das Wasserlebewesen schädigen kann.

Rund um die Navarino-Bucht haben Luxusresorts, Wohnanlagen, Swimmingpools und Golfplätze das internationale Profil Messeniens gestärkt. The Guardian schreibt, dass sich die Zahl der ausländischen Ankünfte am Flughafen Kalamata innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdreifacht hat. Gleichzeitig wurde eine neue Autobahn gebaut, um die Fahrzeit zur Küste zu verkürzen.

Dörfer suchen nach einem Gleichgewicht

Einige Gemeinden im Landesinneren setzen auf wirtschaftliche Aktivitäten, die weniger von groß angelegten Entwicklungen an der Küste abhängig sind. Die britische Zeitung berichtet über Freiwillige in Dessillas, die eine stillgelegte Bahnstrecke als Wanderweg wieder nutzbar gemacht und den ehemaligen Bahnhof in eine Bibliothek und einen Treffpunkt umgewandelt haben.

Solche Projekte können dazu beitragen, Besucherströme aus überlasteten Küstenregionen herauszulenken und auch außerhalb der Sommersaison wirtschaftliche Aktivitäten zu fördern. Sie sind nicht zwangsläufig umweltverträglich, doch ihre Befürworter sehen darin eine Möglichkeit, die vollständige Abhängigkeit der Wirtschaft von Ferienresorts zu vermeiden.

Die Forschung von COASTAL hat außerdem die Vogelbeobachtung rund um die Gialova-Lagune als mögliche Aktivität außerhalb der Hauptsaison identifiziert. Die Zahl der Vögel ist zwischen Oktober und April am höchsten. Damit besteht Spielraum für sorgfältig organisierte Besuche in einer Zeit, in der der Wasserbedarf geringer ist.

Der Film könnte mehr Reisende nach Messenien bringen. Die unmittelbare Herausforderung besteht darin, ob die örtliche Infrastruktur Hotels, Einwohner und landwirtschaftliche Betriebe mit ausreichend Wasser versorgen kann, ohne den Süßwasserzufluss zur Lagune weiter zu verringern.

Quellen: The Guardian; EU CAP Network und COASTAL; Associated Press