Startseite Krieg Britischer Oberst kritisiert „Zirkus-Show“ von Trumps Gesandten in Russland

Britischer Oberst kritisiert „Zirkus-Show“ von Trumps Gesandten in Russland

Steve Witkoff, Vladimir Putin
Official website of the President of Russia / Wiki Commons

Witkoff unternahm mindestens acht Besuche in der russischen Hauptstadt, während er nur einmal nach Kiew reiste.

Friedensgespräche mit hohen Einsätzen erfordern normalerweise ein sorgfältiges Gleichgewicht und gleichen Respekt für alle beteiligten Seiten.

Doch wenn diplomatische Bemühungen einseitig erscheinen, äußern Beobachter schnell Bedenken.

Ein erfahrener Militärkommandant hat nun eine beißende Kritik an den jüngsten amerikanischen Bemühungen geäußert, ein Ende des Konflikts in der Ukraine zu verhandeln.

Fehlerhafter Ansatz

Hamish de Bretton-Gordon, ein ehemaliger britischer Oberst, der während des Golfkriegs von 1991 Panzereinheiten befehligte, beurteilte das diplomatische Team Washingtons harsch. In einem Artikel im „Telegraph“ nahm der erfahrene Soldat kein Blatt vor den Mund, was die jüngsten Treffen in Moskau betrifft.

Er erklärte, „die Zirkus-Show von Trumps Emissären, Steve Witkoff und Jared Kushner, in Moskau ist eine Schande.“ Er wies auf ein seiner Meinung nach eklatantes Ungleichgewicht in deren gesamtem Reiseplan hin.

Witkoff unternahm mindestens acht Besuche in der russischen Hauptstadt, während er nur einmal nach Kiew reiste. Der Oberst bemerkte, dass dies kaum eine ausgewogene Art sei, einen Konflikt zu vermitteln, bei dem eine Nation eine andere überfallen habe.

Auch ihr Empfang in beiden Hauptstädten unterschied sich stark. Die Gesandten zeigten in Moskau herzliche Lächeln und Lob, während ihre Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew unbeholfen und unangenehm wirkten.

Zeit für Europa

Die physische Reise verdeutlichte die anhaltende Gefahr vor Ort. Das amerikanische Team flog direkt mit der Air Force Two nach Moskau, doch Sicherheitsbedenken zwangen sie, einen Zug von Polen nach Kiew zu nehmen.

Unterdessen bleibt die Realität auf dem Schlachtfeld für normale Bürger hart. Russland zielt weiterhin auf ukrainische Energienetze und zivile Gebiete ab, was Taktiken widerspiegelt, die zuvor in Syrien angewendet wurden, um die öffentliche Moral zu brechen.

Dennoch betonte der ehemalige Oberst, dass Russland mit schweren wirtschaftlichen Belastungen und wachsenden Schwachstellen gegenüber ukrainischen Drohnenangriffen innerhalb seiner eigenen Grenzen konfrontiert sei. Er argumentierte, dass europäische Nationen mit echter militärischer Ausrüstung einspringen müssten, falls sich amerikanische Versprechen als leere Worte herausstellten.

Er betonte, dass die Ukraine Abfangjäger, Drohnen und Luftverteidigungssysteme benötige, um den kommenden Winter zu überleben. Die Bereitstellung dieser konkreten Unterstützung bleibe die einzige wirkliche Grundlage, auf der ein dauerhafter Frieden aufgebaut werden könne.

Quellen: The Telegraph, Ziare.com