Startseite Krieg Trump erwägt Austausch von Sondergesandten durch CIA-Chef nach festgefahrenen Friedensgesprächen

Trump erwägt Austausch von Sondergesandten durch CIA-Chef nach festgefahrenen Friedensgesprächen

Steven Witkoff, Kirill Dmitriev
Official website of the President of Russia / Shutterstock.com

Der mögliche Wechsel folgt auf acht Reisen nach Moskau und eine nach Kiew.

Hochrangige internationale Diplomatie ist oft auf vertrauenswürdige inoffizielle Kanäle angewiesen, um Gespräche in Gang zu halten, wenn formelle Verhandlungen ins Stocken geraten.

Hinter verschlossenen Türen bewerten Staats- und Regierungschefs ständig neu, wer die Autorität besitzt, in ihrem Namen auf der Weltbühne zu sprechen.

Nun könnte sich im Weißen Haus eine größere strategische Neuausrichtung abzeichnen.

Diplomatischer Strategiewechsel

Washington erwägt laut der Financial Times, die Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner von den Friedensverhandlungen abzuziehen.

Fünf mit den Plänen vertraute Personen gaben an, dass US-Beamte die führende diplomatische Rolle an CIA-Direktor John Ratcliffe übergeben könnten.

Amerikanische Beamte haben europäische Partner bereits darüber informiert, dass Ratcliffe sich darauf vorbereitet, Pendeldiplomatie-Bemühungen zu übernehmen. Er würde sich dabei auf bestehende Kanäle zu den russischen und ukrainischen Geheimdiensten stützen.

Weder das Weiße Haus noch die CIA äußerten sich zu dem Plan. Quellen merkten an, dass Präsident Donald Trump noch keine endgültige Entscheidung getroffen habe.

Festgefahrene Moskau-Gespräche

Der mögliche Wechsel folgt auf acht Reisen Witkoffs nach Moskau und eine nach Kiew, die laut United24Media keinen größeren Durchbruch erzielten.

Der russische Staatschef Wladimir Putin lobte die Gesandten zuvor bei einem Treffen. Putin erklärte: „Hier ist natürlich die Qualität der Vermittlung, das Vertrauen in die Beteiligten, sehr wichtig. Ich möchte Ihnen sagen, dass es für uns angenehm ist, mit Ihnen zusammenzuarbeiten, und natürlich ist das Vertrauen unsererseits im Laufe dieser Arbeit recht hoch.“

Dennoch wuchs die Frustration auf beiden Seiten. Ukrainische Beamte waren der Meinung, Witkoff habe Moskau nicht energisch genug unter Druck gesetzt, während russische Beamte ihn für mangelnden Fortschritt bei einem früheren Gipfel in Alaska verantwortlich machten.

Ein dreistündiges Treffen in Moskau zwischen Putin, Witkoff und Kushner endete laut Bloomberg ohne Einigung.

Eine neue Strategie

Ratcliffe unternahm Ende August eine unangekündigte Reise nach Moskau. Dieser Besuch war das erste Mal, dass ein CIA-Chef seit Ende 2021 nach Russland reiste.

Ratcliffe ist ein ehemaliger Bundesstaatsanwalt und Kongressabgeordneter aus Texas, der zuvor als Director of National Intelligence diente. Er schrieb Geschichte als erste Person, die beide Top-Geheimdienstpositionen innehatte, nachdem er CIA-Direktor wurde.

Unterdessen hat Moskau Offenheit für einen frischen diplomatischen Ansatz gezeigt. Dennoch merkte Kremlsprecher Dmitri Peskow an, dass es noch zu früh sei, Termine für formelle Dreiergespräche festzulegen.

Quellen: Financial Times, Bloomberg, United24 Media