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2.800 Soldaten und 11 Nationen: Großbritannien und Frankreich führen multinationale Übung an

2.800 Soldaten und 11 Nationen: Großbritannien und Frankreich führen multinationale Übung an
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Großbritannien und Frankreich leiten eine multinationale Militärübung in Polen, um eine Koalitionstruppe aus 11 Nationen auf einen potenziellen Einsatz in der Ukraine nach einem Waffenstillstand vorzubereiten.

Großbritannien und Frankreich bereiten eine multinationale Militärübung vor, um eine Koalitionstruppe auf einen potenziellen Einsatz in der Ukraine nach einem Waffenstillstand vorzubereiten. Laut der Kyiv Post wird die Übung mit dem Namen Exercise Koalicja vom 9. bis 22. November nahe Nowa Dęba im Südosten Polens stattfinden. Die Manöver testen die logistischen Fähigkeiten und Führungskapazitäten von 2.800 Soldaten aus elf teilnehmenden Nationen.

Der Einsatz stellt den ersten großen Praxistest für die Multinational Force Ukraine dar, eine Initiative, die 2025 von London und Paris ins Leben gerufen wurde. Die Übungen zielen darauf ab zu bewerten, wie effizient verbündete Einheiten von ihren Heimatstützpunkten mobilisieren, Grenzen überqueren und sich unter einer einheitlichen Führungsstruktur zusammenschließen können. Der britische Generalleutnant Tom Bateman und der französische General Armel Dirou leiten den koordinierten Einsatz.

Obwohl derzeit kein Waffenstillstandsabkommen vorliegt, spiegelt das Manöver konkrete Vorbereitungen für eine Stabilisierung nach dem Konflikt wider. „Dies ist kein hypothetischer Plan, sondern eine reale Truppe, die bereitsteht, der Ukraine zu helfen, sobald die Kämpfe enden“, erklärte der britische Verteidigungsminister Wes Streeting. Großbritannien und Frankreich hatten zuvor eine Absichtserklärung unterzeichnet, militärische Stützpunkte auf ukrainischem Boden einzurichten, sofern Kyjiw offiziell um Unterstützung ersucht.

Taktische Manöver zu Lande, in der Luft und zur See

Die Bodenkomponente der Übung konzentriert sich darauf, Einheiten in Bereitstellungsräumen zu positionieren, lokale Sicherung aufzubauen und kontinuierliche Nachschublinien zu gewährleisten. Frankreich stellt rund 1.100 Soldaten für die Manöver, während Großbritannien 300 Einsatzkräfte entsendet, darunter Angehörige der 7. Brigade. Polen fungiert als Gastland für die teilnehmenden Kontingente, hat die Entsendung eigener Kampftruppen in die Ukraine jedoch ausgeschlossen.

Neben den Bodenmanövern umfasst die Übung umfassende Planungsoperationen in der Luft und zur See. Typhoon-Kampfflugzeuge der Royal Air Force und ein Voyager-Betankungsflugzeug fliegen simulierte Einsätze, um zu erproben, wie alliierte Flugzeuge die zivile Luftfahrt absichern könnten, falls die Ukraine ihren Luftraum wieder öffnet. Diese Luftübungen dienen der Festlegung operativer Protokolle zur Sicherung kommerzieller Flugkorridore während einer Übergangsphase nach dem Krieg.

Gleichzeitig werden die maritimen Koordinationsmaßnahmen von einem Marinekommandozentrum in Istanbul aus geleitet. Türkische Offiziere koordinieren eine Planungsübung, die sich auf die Räumung von Seeminen vor den Zufahrten zu wichtigen ukrainischen Häfen konzentriert. Diese maritime Komponente soll die sichere Durchfahrt von Handelsschiffen im Schwarzen Meer nach der Einstellung der Kampfhandlungen gewährleisten.

Koalitionsverpflichtungen und operativer Rahmen

Die politischen Zusagen bezüglich eines tatsächlichen Einsatzes variieren unter den elf beteiligten Partnerstaaten erheblich. Zu den teilnehmenden Nationen zählen zudem Belgien, Estland, Deutschland, Litauen, die Niederlande, Spanien, Schweden und die Türkei. Warschau koordiniert den Transit alliierter Truppen und Ausrüstung durch polnisches Hoheitsgebiet bis an die ukrainische Grenze, während Deutschland signalisiert hat, Unterstützungskräfte auf angrenzendem NATO-Territorium bereitzustellen.

Im Rahmen der mit Kyjiw getroffenen Vereinbarung ist die multinationale Truppe primär für den institutionellen Wiederaufbau und nicht für Kampfeinsätze an der Front vorgesehen. Das Mandat der Koalition konzentriert sich auf die Ausbildung ukrainischer Militärangehöriger, das Auffüllen von Ausrüstungsbeständen und die Unterstützung beim Wiederaufbau von Verbänden. Planer haben klargestellt, dass sowohl die Überwachung eines Waffenstillstands als auch offensive Kampfhandlungen außerhalb des operativen Aufgabenbereichs liegen.

Die multinationale Koalition benötigt vor einer grenzüberschreitenden Verlegung gesonderte innenpolitische Zustimmungen. Großbritannien hat zugesagt, eine parlamentarische Abstimmung durchzuführen, bevor Truppen für die geplanten Logistik- und Ausbildungsstützpunkte in die Ukraine entsandt werden. Die bevorstehende Übung in Polen dient als grundlegender Test, um sicherzustellen, dass die Koalition über die erforderliche Einsatzbereitschaft verfügt, sobald die politischen Bedingungen erfüllt sind.