Das in der Ukraine produzierte Radar 79K6 Pelikan bietet einen entscheidenden Erfassungsradius von 400 Kilometern, der es mobilen Luftverteidigungseinheiten ermöglicht, alles von langsamen Drohnen bis hin zu schnellen ballistischen Raketen zu verfolgen und abzufangen.
Die ständige Bedrohung durch russische Luftangriffe, die von langsamen Drohnen bis hin zu hyperschallschnellen ballistischen Raketen reicht, erfordert ein hochgradig reaktionsfähiges und anpassungsfähiges Luftverteidigungsnetzwerk. Um dieser enormen Herausforderung zu begegnen, verlässt sich die Ukraine stark auf ihr im Inland entwickeltes Radarsystem 79K6 Pelikan. Diese fortschrittliche Technologie, die kürzlich vom ukrainischen Luftkommando West vorgestellt wurde, erweist sich als entscheidend im täglichen Kampf um die Sicherung des umkämpften Luftraums der Nation.
Laut einem aktuellen Bericht von UNITED24 Media verfügt das Pelikan-Radar über eine beeindruckende Erfassungsreichweite von bis zu 400 Kilometern. Wenn eine Warnung von einem zentralen Gefechtsstand eingeht, muss die zuständige Radarbesatzung die anfliegende Bedrohung in ihrem zugewiesenen Sektor sofort identifizieren und verfolgen. Diese Informationen werden dann umgehend über das breitere ukrainische Luftverteidigungsnetzwerk weitergeleitet, um eine gezielte Abwehrreaktion zu koordinieren.
Das Hauptziel des Pelikan-Systems ist es, die Reaktionszeit für Abfangjäger zu maximieren. Wie die Bediener betonen, bleibt den Boden-Luft-Raketeneinheiten und der Kampffliegerei umso mehr Zeit zur Berechnung von Abfangflugbahnen, je früher ein feindliches Ziel auf dem Radarschirm erfasst wird. Neben der Identifizierung feindlicher Ziele spielt das Radar auch eine wichtige Rolle bei der Verfolgung eigener ukrainischer Flugzeuge und gewährleistet so ein umfassendes und genaues Bild des chaotischen Luftraums über dem Schlachtfeld.
Vielseitigkeit und Mobilität auf dem modernen Schlachtfeld
Eine der entscheidenden Stärken des 79K6 Pelikan ist seine enorme Vielseitigkeit gegen ein breites Spektrum von Luftbedrohungen. Das System ist speziell darauf ausgerichtet, Ziele mit völlig unterschiedlichen Flugprofilen zu verfolgen. Es kann tief fliegende, relativ langsame iranische Shahed-Kampfdrohnen genauso effektiv anpeilen, wie es bodennahe Marschflugkörper und schnell sinkende ballistische Bedrohungen erfasst.
Das vom staatlichen ukrainischen Iskra Research and Production Complex entwickelte und hergestellte Pelikan-Radar ist ein Beweis für die inländischen Verteidigungsfähigkeiten des Landes. Trotz seiner immensen Leistung und eines enormen Gewichts von rund siebzehn Tonnen ist das System auf hohe Mobilität ausgelegt. Eine gut ausgebildete Besatzung kann das riesige Radar in nur dreißig Minuten vollständig entfalten oder für den Transport zusammenpacken.
Diese Fähigkeit zur schnellen Verlegung ist in modernen Konflikten eine Frage des Überlebens. Leistungsstarke Radarsysteme senden massive elektromagnetische Signaturen aus und sind damit erstklassige, hochwertige Ziele für feindliche Anti-Radar-Raketen. Durch den Einsatz als hochmobile Einheit können die Pelikan-Besatzungen den Himmel abtasten, kritische Verfolgungsdaten weiterleiten und an eine sichere Position umziehen, lange bevor russische Streitkräfte ihre genauen Koordinaten bestimmen und einen Gegenschlag einleiten können.
Stärkung des breiteren Luftverteidigungsnetzwerks
Die Integration des 79K6 Pelikan in das ukrainische Militär hat die Funktionsweise älterer Raketensysteme aus der Sowjetära grundlegend verändert. Als das Radar 2016 erstmals in Dienst gestellt wurde, ermöglichte es den Einheiten, die mit den älteren S-300PT-Luftverteidigungssystemen arbeiteten, ein wesentlich höheres Maß an Autonomie. Durch den direkten Zugriff auf weitreichende Erfassung und Verfolgung mussten sich diese Raketenbatterien nicht mehr vollständig auf zentrale Netzwerkknoten verlassen, die durch feindliche Angriffe ausgeschaltet werden könnten.
Heute fungiert das Pelikan als entscheidende Grundlage innerhalb einer viel größeren, zunehmend vielfältigen Koalition von Luftverteidigungstechnologien. Die Ukraine arbeitet derzeit daran, diese inländische Hardware mit fortschrittlichen westlichen Systemen zu verknüpfen, die von internationalen Verbündeten bereitgestellt werden. Dadurch entsteht ein mehrschichtiger Schutzschild, bei dem verschiedene Radarsysteme unterschiedliche Höhen und Frequenzen abdecken, was es für russische Projektile extrem schwierig macht, unbemerkt hindurchzuschlüpfen.
Als deutliches Zeichen dieser fortschreitenden Integration hat die Ukraine kürzlich das von Schweden gelieferte Frühwarn- und Kontrollflugzeug Saab 340, auch bekannt als ASC 890, erstmals unter Einsatzbedingungen eingesetzt. Diese strategische Ergänzung bietet eine erhöhte Perspektive hinter dem Horizont, mit der Bodensysteme einfach nicht mithalten können. Durch die Kombination der leistungsstarken bodengestützten Fähigkeiten des heimischen Pelikan mit diesem neuen fliegenden Radar baut Kiew stetig eine der fortschrittlichsten und widerstandsfähigsten Luftverteidigungsarchitekturen der Welt auf.