Der Iran behauptet, das Land sei bereit gewesen, drei verschiedene Standorte in der vom Krieg zerrütteten Ukraine anzugreifen, habe sich aber nach einer unerwarteten Entschuldigung dagegen entschieden.
Der Iran und die Ukraine sind beide tief in ihre jeweiligen Kriege mit unterschiedlichen Gegnern verwickelt.
Dies hinderte das iranische Militär jedoch angeblich nicht daran, größere Angriffe in der Ukraine zu planen.
Es bedurfte verdeckter Diplomatie der höchsten Berater des Landes, um den Iran von einer direkten Beteiligung am Russland-Ukraine-Krieg abzuhalten.
Kurz vor der Eskalation
Ein hochrangiger Regierungsvertreter in Teheran behauptet nun, der Iran sei gefährlich nahe daran gewesen, Militärschläge gegen Ziele in der Ukraine zu starten.
Mohsen Rezaei, ein Top-Berater des obersten Führers des Iran, behauptet, iranische Streitkräfte hätten eine umfassende militärische Antwort vorbereitet.
Beim iranischen Staatssender PressTV erklärte Rezaei, Kommandeure seien bereit gewesen, drei Standorte anzugreifen.
„Wir waren bereit, drei Standorte in der Ukraine anzugreifen, haben den Angriff aber nach der Entschuldigung der Ukraine abgesagt“, sagte Rezaei während seiner Sendung.
Konflikt im Kaspischen Meer
Der Konflikt entzündete sich am 25. Juli nach einem Angriff im Kaspischen Meer.
Ukrainische Streitkräfte griffen ein Frachtschiff an, das zwischen dem Iran und Russland verkehrte. Der ukrainische Sicherheitsdienst, bekannt als SBU, bestätigte, dass das Schiff unter Umgehung internationaler Sanktionen militärische Fracht transportierte.
Das Kaspische Meer dient seit langem als wichtiger Korridor für den Transport sensibler Güter außerhalb der westlichen Kontrolle.
Der Iran verurteilte die Operation als „Akt der Aggression“ und warnte, sie „könne nicht unbeantwortet bleiben“, obwohl Rezaei weder Beweise noch Zielnamen nannte.
Telefonat in letzter Minute entschärfte die Lage
Die Diplomatie arbeitete auf Hochtouren, um die wachsende Krise zu entschärfen.
Am 28. Juli rief der amtierende Außenminister Andrii Sybiha seinen iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi an. Sybiha bestätigte, er habe ein „offenes Gespräch“ mit seinem Gegenüber geführt.
Während des Telefonats erklärte Kiew, der Schiffsangriff sei unbeabsichtigt gewesen, so Araghchi, der anmerkte, Teheran strebe keine Eskalation an.
Iranische Drohnen und eine sich vertiefende Kluft
„Ich bekräftigte, dass alle Maßnahmen der Ukraine ausschließlich darauf abzielen, unser Land vor russischer Aggression zu verteidigen, und niemals darauf abzielten, zivile Schiffe oder Personen anzugreifen“, sagte Sybiha.
Ein direkter iranischer Angriff auf ukrainischen Boden würde eine alarmierende Wendung darstellen und Teheran noch tiefer in den europäischen Krieg hineinziehen.
Die Beziehungen sind seit 2022 aufgrund iranischer Shahed-Drohnen, die gegen ukrainische Städte eingesetzt werden, stark angespannt.
Der Iran lizenzierte sogar die Drohnenproduktion in Russland und festigte damit seine Militärallianz mit Moskau.
