Der Kreml bestand darauf, dass Sanktionen der russischen Wirtschaft niemals ernsthaft schaden würden.
Das Staatsfernsehen projizierte weiterhin ein Bild der Stabilität, während Beamte behaupteten, das Land habe sich erfolgreich an den Kriegsdruck angepasst.
Doch Ökonomen, Geheimdienstmitarbeiter und sogar Persönlichkeiten innerhalb des russischen politischen Systems warnen nun, dass die Lage weitaus schlimmer sein könnte, als Moskau öffentlich zugibt.
Wachsende Probleme
Laut Berichten, die von _Puls Biznesu_ und _Money.pl_ zitiert wurden, schrumpfte die russische Wirtschaft in den ersten Monaten des Jahres 2026 leicht, was die erste Kontraktion seit mehr als zwei Jahren darstellt.
Der Ökonom Anders Olofsgård von der Universität Stockholm sagte, das Land stehe vor seinem ernstesten wirtschaftlichen Moment seit Beginn der Invasion in der Ukraine.
„Die russische Wirtschaft ist in einem sehr schlechten Zustand. In Bezug auf die Wirtschaftsentwicklung und die Systemstabilität ist die Lage heute ernster als zu jedem Zeitpunkt seit dem Angriff auf die Ukraine“, sagte er.
Auch normale Russen beginnen, den Druck im Alltag zu spüren, da sich Inflation und Kürzungen der öffentlichen Ausgaben verschärfen.
Versteckte Zahlen
Westliche Geheimdienstmitarbeiter haben die Zuverlässigkeit der vom Kreml veröffentlichten Wirtschaftsstatistiken infrage gestellt.
Thomas Nilsson, Leiter des schwedischen Militärgeheimdienstes, glaubt, dass die russischen Behörden makroökonomische Daten manipulieren, um das wahre Ausmaß der Krise zu verschleiern und den Westen davon zu überzeugen, dass die Sanktionen wirkungslos sind.
Dem Bericht zufolge könnten Beamte die Inflation herunterspielen, während sie große Probleme im Staatshaushalt verschleiern.
Kriegswirtschaft
Analysten sagen, Russlands aktuelles Wirtschaftswachstum stütze sich stark auf die Waffenproduktion, die mit dem Krieg in der Ukraine verbunden ist.
Doch die Militärproduktion allein schafft es nicht, langfristigen wirtschaftlichen Wert zu schaffen, da auf das Schlachtfeld geschickte Ausrüstung schnell zerstört wird.
Nilsson warnte, dass Russland nun von extrem hohen Ölpreisen abhängig sei, um seine Finanzen zu stabilisieren, während Korruption und die Abhängigkeit von Staatskrediten den Verteidigungssektor weiterhin schwächten.
Angst in Russland
Der Kreml hat auch begonnen, Sozialausgaben zu kürzen, was die langjährige Vereinbarung unter Wladimir Putin bedroht, bei der viele Russen im Austausch für wirtschaftliche Stabilität weniger politische Freiheiten akzeptierten.
Die Besorgnis über die Lage breitet sich nun auch in Russland selbst aus.
Der Kommunistische Parteiführer Gennady Zyuganov warnte das Parlament kürzlich, dass ein Nichthandeln zu „einer Wiederholung der Revolution von 1917 im Herbst“ führen könnte.
Schwedische Geheimdienstanalysten glauben nun, dass Russland entweder einer anhaltenden Stagnation oder einem plötzlichen Wirtschaftskollaps gegenübersteht, während der Druck auf das System weiter wächst.
Quellen: Puls Biznesu, Schwedischer Militärgeheimdienst, money.pl