Startseite Krieg Russische Soldaten fliehen: Putins Offensive versinkt im Schlamm-Chaos

Russische Soldaten fliehen: Putins Offensive versinkt im Schlamm-Chaos

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Die Natur spielt oft eine stille Rolle, wenn zwei gewaltige Armeen aufeinandertreffen.

Manchmal richten wechselnde Wetterbedingungen mehr Schaden an als schwere Artillerie. Derzeit bestimmen die wechselnden Jahreszeiten das Tempo eines ganzen Krieges.

Die saisonale Schlammfalle

Russische Truppen verlieren derzeit an Boden. Laut dem Institute for the Study of War, das von Onet zitiert wird, habe die Invasionsarmee im April über hundert Quadratkilometer aufgegeben.

Ein dicker, unpassierbarer Schlamm verursachte einen Großteil dieses Rückzugs. Einheimische nennen diese Frühjahrsschmelze Rasputiza. Der starke Regen verwandelt gefrorene Erde in eine zähe Masse, die gepanzerte Fahrzeuge verschlingt.

Geschichtskenner wissen um dieses Phänomen. Ähnlicher Frühlingsschlamm zerschlug einst Napoleons Vormarsch und vereitelte später deutsche Pläne im Zweiten Weltkrieg.

Kommunikation bricht zusammen

Abgesehen vom Wetter stehen russische Kommandeure vor einer massiven Technologiekrise. Blockaden haben kürzlich ihren Zugang zum Starlink-Satelliteninternet und zur Messaging-App Telegram unterbrochen.

Ein Frontkämpfer schilderte die plötzliche Veränderung. „Ohne Starlink seien sie praktisch auf Kommunikationsmittel aus der Zeit des Kalten Krieges zurückgeworfen worden“, sagte ein ukrainischer Soldat namens Konosh der Kyiv Post.

Verteidigende Einheiten nutzten die Gelegenheit sofort. „Dies habe uns einen echten Vorteil verschafft. Wir hätten ihre Schwachstellen ausnutzen können, als ihr Kommunikationssystem destabilisiert wurde“, ergänzte Luna, eine ukrainische Kompaniechefin, im Gespräch mit der Kyiv Post.

Das Wall Street Journal merkt an, dass dieser Kommunikationsausfall der Ukraine geholfen habe, erhebliches Gelände zurückzuerobern.

Tödliche Himmel

Während der Boden zu einem Brei wird, birgt die Luft eine andere Bedrohung. Bewaffnete Drohnen schwärmen nun im Luftraum über den Schützengräben.

Der österreichische Militärhistoriker Markus Reisner analysierte das Schlachtfeld für den deutschen Sender ntv. Er erklärte, diese ferngesteuerten Geräte hätten eine fünfzig Kilometer breite Todeszone direkt an der Front geschaffen.

„Sie können selbst kleinste Angriffsverbände aufspüren und neutralisieren“, sagt Reisner. „Dies sei für die Verteidiger sehr vorteilhaft.“

„Die Ukraine habe einen Weg gefunden, den russischen Vormarsch zu stoppen“, merkte der Historiker an.

Das nächste Hauptziel

Derzeit konzentrieren sich beide Armeen stark auf die ostukrainische Stadt Konstantyniwka. Russische Streitkräfte wollen diese wichtige Verteidigungsbarriere unbedingt durchbrechen.

Experten schätzen, dass die Invasionsarmee bereits ein Viertel der Stadt hält. „Wir würden in den kommenden Wochen und Monaten noch viel mehr über diese Stadt hören“, prognostizierte Reisner bei ntv.

Die Ukraine kämpft weiterhin mit einem Mangel an frischen Truppen. Dennoch halten die Verteidiger die Linie gegen einen wesentlich größeren Feind.

Quellen: Institute for the Study of War, Kyiv Post, Onet, The Wall Street Journal, ntv