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Die Suche nach Auslandsimmobilien nimmt in Russland aus Angst vor einer neuen Mobilmachung sprunghaft zu

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Alvago, miss.cabul / Shutterstock.com

Laut einem Analysten einer Immobilienplattform suchen die Menschen aktiv nach einem „Ausweichflughafen“.

Das Leben in Russland wird zunehmend angespannter, während sich Gerüchte über eine massive neue Militäreinberufung im ganzen Land verbreiten. Diese Angst führt zu einem starken Anstieg der Zahl der Bürger, die einen Ausweg suchen.

Laut dem russischen Medienunternehmen Kommersant stiegen die Immobiliensuchen im Ausland in der ersten Hälfte des Jahres 2026 um 20 Prozent – beziehungsweise um 25 Prozent, wenn Personen, die sichere Internetnetzwerke (VPNs) nutzen, in den Daten berücksichtigt werden.

Viele Käufer suchen Sicherheit statt Profit. Die Immobilienplattform Prian.ru teilte Kommersant mit, dass die Menschen einen Fluchtweg suchen, falls sich die Lage verschlechtert.

Filipp Berezin, leitender Analyst bei Prian.ru, erklärte den Wandel deutlich: „Die angespannte geopolitische Lage zwingt einige Käufer dazu, aktiver nach einem Ausweichflughafen zu suchen.“

Sicherheit suchen

Mehrere Faktoren befeuern diese Angst. Drohnenangriffe, Internetbeschränkungen und schwindende Hoffnungen auf ein schnelles Friedensabkommen haben die Menschen zutiefst erschüttert.

Die größte Furcht konzentriert sich auf Gerüchte, dass der Kreml weitere 1,2 Millionen Menschen einberufen will. Pro-Kriegs-Telegram-Kanäle behaupten, dass diese Einberufung nach den Parlamentswahlen im Oktober beginnen könnte.

Diese Angst verändert die Art und Weise, wie Russen ihr Geld ausgeben. Die Immobilienfirma NF Group berichtete, dass Menschen Häuser kaufen, um selbst darin zu wohnen, anstatt sie lediglich als Kapitalanlage zu betrachten.

Beliebte Fluchtwege

Die Immobilienverkäufe sind in mehreren Ländern stark angestiegen. Die NF Group stellte fest, dass sich die Immobilienkäufe russischer Staatsbürger in Georgien verdoppelten, während sie in Griechenland um 46 Prozent und in Zypern um 63 Prozent zunahmen.

Die Türkei, Thailand und die Vereinigten Arabischen Emirate bleiben die bevorzugten Ziele der Käufer. Selbst angesichts der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten machen vergleichsweise niedrige Preise Dubai weiterhin zu einem attraktiven Immobilienmarkt.

Unterdessen verändert sich die offizielle Rhetorik in Moskau. Kreml-Beamte verwenden nun offen das Wort „Krieg“ anstelle von „militärischer Sonderoperation“, um den Konflikt zu beschreiben, was nach Angaben ukrainischer Beamter darauf abzielt, die Öffentlichkeit auf eine groß angelegte Mobilisierung vorzubereiten.

Mögliche Mobilisierung in zwei Monaten

In einem Interview mit The Telegraph warnte der tschechische Präsident Petr Pavel, die Ukraine habe nur zwei Monate Zeit, um Friedensverhandlungen anzustoßen, bevor Moskau die Lage weiter verschärfe.

Der pensionierte General erklärte, der russische Präsident Wladimir Putin warte den Abschluss wichtiger innenpolitischer Ereignisse ab, bevor er drastische Schritte unternehme.

Pavel sagte der Zeitung: „Russland wird im September Parlamentswahlen abhalten. Präsident Putin wird kaum vorher eine Mobilisierung erklären, aber sobald die Wahlen vorbei sind, wird sich das Zeitfenster verkleinern.“