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„Es würde 100 Jahre dauern“ – Pro-Putin-Blogger schimpft über die Inkompetenz der Armee

Vladimir Putin, Ryssland
Gil Corzo / Shutterstock

Der Blogger fordert eine vollständige Überholung der russischen Streitkräfte.

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Ein bekannter, kremlfreundlicher Militärblogger hat eine seltene und unverblümte Kritik an Russlands Leistungen auf dem Schlachtfeld in der Ukraine geäußert.

Die Kommentare verdeutlichen die wachsende Frustration einiger Befürworter des Krieges, da der Konflikt ohne entscheidende Erfolge voranschreitet.

Wachsende Frustration

In einem langen Post auf Telegram sagte der Nutzer War Correspondent Kotenok am 25. März, dass die russischen Streitkräfte mit anhaltenden Hindernissen konfrontiert seien, die sinnvolle Fortschritte verhindern.

Er wies auf Schwierigkeiten mit Infiltrationstaktiken kleiner Einheiten hin, die es nicht geschafft haben, Durchbrüche entlang der Frontlinie zu erzielen.

Der Blogger betonte auch, dass die ukrainische Drohnenüberlegenheit die russischen Operationen weiterhin untergräbt, insbesondere durch den weit verbreiteten Einsatz von First-Person-View-Angriffen.

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Verschärfung der Kontrolle

Laut dem Institute for the Study of War (ISW) könnten die Bemerkungen einen letzten Versuch offener Kritik darstellen, bevor potenzielle Kreml-Beschränkungen für Telegram-basierte Militärkommentatoren in Kraft treten.

Es gibt Anzeichen dafür, dass die Behörden solche Stimmen in naher Zukunft auf stärker kontrollierte Plattformen verlagern könnten.

Der Blogger schien die Tatsache, dass Telegram der russischen Öffentlichkeit noch zur Verfügung steht, voll auszunutzen.

Bedenken der Industrie

Seine Kritik erstreckte sich auch auf die russische Rüstungsindustrie, die sich seiner Aussage nach nur langsam an die sich schnell entwickelnde Schlachtfeldtechnologie angepasst hat.

Er kritisierte insbesondere das Fehlen eines angemessenen Schutzes für gepanzerte Fahrzeuge und verwies auf die nachgewiesene Fähigkeit der Ukraine, diese mit Drohnen zu zerstören.

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ISW merkte an, dass der Blogger andeutete, dass die russischen Streitkräfte bei dem derzeitigen Tempo bis zu 100 Jahre benötigen könnten, um den Rest der Ukraine einzunehmen.

Dies steht im Einklang mit der eigenen Einschätzung des ISW, da die Denkfabrik zu dem Schluss gekommen ist, dass Russland bei dem derzeitigen Tempo 83 Jahre benötigen würde, um die gesamte Ukraine zu erobern.

Forderung nach Reformen

Der Blogger argumentierte, dass Russland ohne umfassende Strukturreformen wahrscheinlich nicht so bald einen entscheidenden Sieg erringen wird.

Er forderte die Militärführung auf, den Druck auf niedrigere Offiziere zu beenden, Schlachtfeldberichte zu übertreiben, und warnte davor, dass verzerrte Informationen die Entscheidungsfindung beeinträchtigen.

Eine verbesserte und erweiterte Kampfausbildung wurde ebenfalls als wesentlich erachtet, um die anhaltenden Schwächen in der Einsatzbereitschaft zu beheben.

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Quellen: Institute for the Study of War (ISW)