Der Präsident hat sich stets gegen jede Andeutung gewehrt, er habe als ausländischer Agent agiert.
Wenn mächtige Führer eine hartnäckige öffentliche Erzählung ändern wollen, greifen sie oft auf die nationalen Archive zurück.
Das Sichten alter Regierungsdokumente kann intensive Debatten auslösen.
Doch manchmal enthüllen diese vergessenen Akten eine völlig andere Geschichte, als die Politiker erzählen wollten.
Die Vergangenheit ans Licht bringen
Die aktuelle Regierung hat kürzlich eine riesige Menge zuvor als geheim eingestufter Bundesdokumente veröffentlicht. Beamte des Weißen Hauses behaupten lautstark, diese internen Memos bewiesen, dass eine geheime Bürokratie versucht habe, den Präsidenten von innen heraus zu zerstören.
Diese Dokumentenflut markiert eine neue Strategie in einem langen politischen Kampf. Im vergangenen Jahr haben Bundesstaatsanwälte in Florida aktiv die Geheimdienstmitarbeiter untersucht, die ursprünglich die ausländische Einmischung in die Wahl 2016 geprüft hatten.
Doch Reporter, die die neu freigegebenen Akten sichteten, fanden tatsächlich keine „Smoking Gun“. Die New York Times berichtete, die alten Aufzeichnungen enthielten sehr wenig neue Substanz bezüglich der Kernvorwürfe.
Eine entgleiste Untersuchung
Der Zeitung zufolge zerstören die veröffentlichten Akten die ursprüngliche Begründung für die Bundesermittlungen keineswegs. Stattdessen bieten sie einen seltenen Einblick in eine zutiefst chaotische Periode im Jahr 2017.
In den ersten Monaten der neuen Präsidentschaft traf die Bundespolizei eine höchst ungewöhnliche Entscheidung. Ein kleines Team von Agenten eröffnete still und leise eine separate Spionageabwehr-Untersuchung. Diese konzentrierte sich direkt auf den amerikanischen Staatschef.
Diese spezifische Untersuchung kam nie wirklich in Gang. Die neu veröffentlichten Dokumente helfen zu erklären, wie genau diese wichtige Untersuchung beiseitegeschoben wurde, bevor die Ermittler eine nennenswerte Dynamik entwickeln konnten.
Die Behauptungen zurückweisen
Der Präsident hat sich stets gegen jede Andeutung gewehrt, er habe als ausländischer Agent agiert. Er kritisierte Gerüchte über versteckte finanzielle Verbindungen im Ausland scharf. Er wies sie alle als grundlose politische Verleumdungen zurück.
Im Laufe der Jahre untersuchten verschiedene Ermittlungen genau diese Vorwürfe. Dennoch stellte die New York Times fest, dass keine öffentliche Untersuchung jemals bewiesen hat, dass der Präsident zu irgendeinem Zeitpunkt unter ausländischer Führung gehandelt habe.
Diese neuen Dokumentenfluten dienen nun hauptsächlich dazu, die Wähler an jene unglaublich turbulente Ära zu erinnern. Anstatt eine massive Regierungskonspiration zu beweisen, heben die Dokumente lediglich hervor, wie eine einst geheime Bundesuntersuchung still und leise verschwand.
Quellen: The New York Times