Startseite Krieg Hacker kapern Konto des Moskauer Bürgermeisters und veröffentlichen erschreckende Drohung

Hacker kapern Konto des Moskauer Bürgermeisters und veröffentlichen erschreckende Drohung

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Ein Sozialmediaprofil dient jedem prominenten politischen Führer als wichtiges Werkzeug.

Der Verlust der Kontrolle über ein verifiziertes Konto löst sofortige öffentliche Panik aus. Genau dieser Albtraum ereignete sich nun für einen hochrangigen Beamten in einer der am stärksten bewachten Städte der Welt.

Eine digitale Übernahme

Der Bürgermeister der russischen Hauptstadt verlor plötzlich die Kontrolle über seinen persönlichen Blog. Sergei Sobjanin betreibt einen beliebten Telegram-Kanal, um die Öffentlichkeit täglich mit Neuigkeiten zu versorgen.

Laut dem spanischen Nachrichtenportal 20minutos und der Agentur EFE gelang es unbekannten Hackern, das Konto gestern Abend zu infiltrieren. Die Angreifer überfluteten die Seite schnell mit feindseligen Nachrichten, die direkt an die Regierung gerichtet waren.

Die plötzliche Infiltration zielte speziell auf sein persönliches Profil ab, das derzeit etwa 40.000 Follower zählt. Sein offizieller Hauptkanal blieb von den Eindringlingen völlig verschont. Dieses größere Konto hat 358.000 Abonnenten und dient ihm als primäres Kommunikationsmittel.

Die Hauptstadt soll brennen

Die Angreifer versuchten nicht, ihre politischen Motive zu verbergen. Sie veröffentlichten immer wieder eine erschreckende Drohung und stellten sicher, dass jeder sie sah.

Der aggressive Satz „Moskau wird brennen“ erschien mindestens ein Dutzend Mal auf der Seite. Eine ukrainische Flagge begleitete diese wiederholten Warnungen und ließ keinen Zweifel daran, wer die Verantwortung für den Cyberangriff beanspruchte.

Die Hacker nutzten die Plattform auch, um Spenden für das ukrainische Militär zu sammeln. Um genau 21:29 Uhr Ortszeit veröffentlichten sie Links, die Nutzer zu einer Organisation namens Siplnota Sternenko Foundation leiteten.

Diese digitalen Links waren speziell darauf ausgelegt, Gelder für den Kauf von Kampfdrohnen für die Armee in Kiew zu sammeln. Die Behörden eilten herbei, um das Problem zu beheben, und löschten die Beiträge kurz nach dem Sicherheitsvorfall erfolgreich.

Verboten, aber beliebt

Der peinliche Vorfall verdeutlicht einen seltsamen Widerspruch im russischen digitalen Leben. Die Social-Media-Plattform, die im Mittelpunkt des Hacks steht, ist technisch gesehen im Land verboten.

Der Kreml blockierte Telegram Anfang dieses Jahres offiziell. Die nationale Regierung begründete das plötzliche Verbot damit, dass es „aus Sicherheitsgründen“ absolut notwendig sei, so EFE.

Trotz des offiziellen Verbots ignorieren die Bürger diese strenge digitale Regel weitgehend. Selbst hochrangige Regierungsbeamte verlassen sich weiterhin auf die App als ihr primäres Werkzeug für die tägliche Online-Kommunikation. Der verschlüsselte Dienst bleibt ein fester Bestandteil des modernen russischen Lebens.

Quellen: EFE, 20minutos