Lehrpläne konzentrieren sich normalerweise auf Lesen, Rechnen und grundlegende Naturwissenschaften.
Die meisten Eltern sorgen sich, dass ihre Kinder Prüfungen bestehen und Freunde finden. Doch in einigen Klassenzimmern nehmen die Lektionen einen wesentlich düstereren Überlebensansatz an.
Vorbereitung auf den Konflikt
Ein führender russischer Politiker möchte, dass bereits elfjährige Kinder lernen, wie man kämpft. Wiktor Wodolazki ist Abgeordneter in der Staatsduma. Er ist der Ansicht, das Land müsse seine Jugend bis 2030 auf einen potenziellen Konflikt mit der NATO vorbereiten.
Nach dem neuen Plan sollen obligatorische Militärübungen bereits in der fünften Klasse beginnen. Junge Schüler würden genau dieselben taktischen Fächer studieren, die normalerweise spezialisierten Kadettenschulen vorbehalten sind. Dies stellt eine massive Veränderung für das öffentliche Bildungswesen dar.
Wodolazki argumentiert, dieser frühe Beginn sei für die nationale Sicherheit unerlässlich. Sein oberstes Ziel sei es, eine neue Generation auszubilden, um die Streitkräfte zu stärken, heißt es in einem Bericht der Moscow Times, zitiert von United24Media.
Drohnen und Granaten
Ältere Teenager in Russland haben bereits militärische Fächer. Oberstufenschüler lernen Kriegs-Erste-Hilfe und grundlegende Trupptaktiken. Sie üben sogar das Werfen von Handgranaten.
Nun könnten diese intensiven Lektionen auch viel jüngere Schüler erreichen. Kaum der Grundschule entwachsen, würden diese Kinder einer rigorosen Schlachtfeldvorbereitung ausgesetzt sein.
Dieser Vorschlag spiegelt bestehende Jugendspiele wider, die reale Kriegsführung nachahmen. Die Regierung veranstaltet taktische Wettbewerbe für Kinder ab sieben Jahren. Diese jungen Teilnehmer üben das Fliegen von Kampfdrohnen und das Stürmen feindlicher Stellungen.
Der Gefangenschaft entkommen
Während dieser Simulationen übernehmen Kinder spezifische militärische Rollen. Sie agieren als Sanitäter, Kampfingenieure und Front-Sturmtruppen. Sie lernen sogar, wie man der Gefangenschaft entkommt.
Wodolazki besteht darauf, dass das Land es sich nicht leisten könne zu warten. Er verwies auf Äußerungen westlicher Politiker als Beweis dafür, dass sich ein massiver Konflikt zusammenbraue.
„Ab der fünften Klasse, genau wie in den Kadettenkorps, sei es notwendig, Disziplinen zu lehren, die Mädchen und Jungen auf alle Herausforderungen von außen vorbereiten. Wir müssten unsere Jugend auf die Verteidigung des Vaterlandes vorbereiten“, erklärte Wodolazki laut U24 Media.
Landminen ausweichen
Dieser Vorstoß für jüngere Rekruten stimmt mit anderen jüngsten staatlichen Initiativen überein. Ein staatlicher Zuschuss in Höhe von über 25.000 US-Dollar wurde kürzlich vergeben, um das Überleben im Kriegsfall in der Grenzregion Belgorod zu lehren.
Dieses Programm wird ab diesem Herbst 120 lokale Schulkinder ausbilden. Ausbilder werden ihnen Kartennavigation und das Überleben von Drohnenangriffen beibringen.
Sie werden auch lernen, tödliche Sprengstoffe zu erkennen. In dieser Grenzregion wird das Identifizieren von Landminen zu einem weiteren grundlegenden Schulfach.
Quellen: The Moscow Times, United24 Media