Beamte und Abgeordnete wägen Optionen ab, die militärische Maßnahmen, Diplomatie und den internationalen Handel beeinflussen könnten. Der Konflikt geht inzwischen über bloße Drohungen hinaus und betrifft auch die Innenpolitik sowie Sorgen über wichtige Handelsrouten.
Iranische Militärvertreter haben gewarnt, dass ein Krieg mit den Vereinigten Staaten unvermeidlich sein könnte, falls Washington weiterhin Forderungen stellt, die Teheran als Kapitulationsbedingungen betrachtet.
Die Äußerungen, über die O2 berichtete, erfolgten zu einem Zeitpunkt, als Präsident Donald Trump US-Abgeordnete kritisierte, die eine Resolution im Repräsentantenhaus unterstützten, die seine Möglichkeit einschränken sollte, militärische Operationen gegen den Iran ohne Zustimmung des Kongresses fortzusetzen.
Die Abstimmung, über die CBS News berichtete, zeigte, dass der Konflikt inzwischen nicht nur militärische Kalkulationen im Nahen Osten, sondern auch die politische Geschlossenheit in Washington auf die Probe stellt.
Teheran stellt die Ablehnung als Frage des Überlebens dar
Mohammad Jafar Assadi, ein hochrangiger iranischer Kommandeur, der an der Koordination zwischen den regulären Streitkräften und den Islamischen Revolutionsgarden beteiligt ist, erklärte im Staatsfernsehen, dass Iran die von den Vereinigten Staaten vorgelegten Bedingungen nicht akzeptieren werde.
„Die Vereinigten Staaten verlangen unsere vollständige Kapitulation, und die iranische Nation wird niemals kapitulieren“, sagte Assadi laut O2.
Er fügte hinzu, dass ein Krieg bevorstehe, falls es nicht zu einer Kapitulation komme, und behauptete zugleich, Iran habe bislang noch nicht alle Fähigkeiten gezeigt, die dem Land nach eigener Einschätzung zum Sieg verhelfen könnten.
Die Botschaft blieb nicht isoliert. Auch Hossein Mohebbi, Sprecher der Islamischen Revolutionsgarden, warnte, dass Iran anders reagieren werde, falls die Feindseligkeiten wieder aufflammen sollten.
„Wenn der Feind auf das Schlachtfeld zurückkehrt, werden die Art der Operation, die Geografie des Kampfes und die eingesetzten Waffen anders sein“, sagte er.
Zusammen zeichnen diese Aussagen das Bild eines Staates, der sich darauf vorbereitet, Druck auszuhalten, anstatt ihn durch Zugeständnisse zu verringern.
Der Konflikt wird zu einem Verhandlungsmittel
Foreign Affairs schrieb, dass Teheran eine Konfrontation mit Washington inzwischen als nützlich und nicht nur als gefährlich betrachten könnte. Nach dieser Lesart nutzt Iran Verhandlungen nicht ausschließlich, um die Krise zu beenden. Vielmehr setzt das Land sie ein, um das Tempo der Krise zu kontrollieren.
Das Magazin beschrieb eine iranische Führung, die glaubt, von den Vereinigten Staaten, deren Verbündeten und dem internationalen System insgesamt eine neue Art der Behandlung verlangen zu können.
Anstatt weitreichende Zugeständnisse zu machen, um dem Druck zu entgehen, scheint Teheran darauf zu setzen, dass Durchhaltevermögen allein Verhandlungsspielraum schaffen kann.
Diese Kalkulation birgt offensichtliche Risiken. Die iranische Wirtschaft steht weiterhin unter Druck, und die Bevölkerung würde vermutlich am stärksten unter einer weiteren Eskalation leiden.
Dennoch schrieb Foreign Affairs, dass die Regierung möglicherweise davon ausgeht, dass der politische Nutzen, Widerstandsfähigkeit zu demonstrieren, die innenpolitischen Kosten überwiegt.
Deshalb ist Teherans Rhetorik von Bedeutung. Die Warnungen von Assadi und Mohebbi sind nicht nur militärische Signale. Sie passen auch zu einer diplomatischen Haltung, die auf Druck, Geduld und der Weigerung beruht, Schwäche zu zeigen.
Handelsrouten erhöhen die Brisanz
Die möglichen Folgen reichen weit über Iran und die Vereinigten Staaten hinaus.
Die Straße von Hormus bleibt zentral für den Konflikt, da große Mengen an Öl, Gas und Düngemitteln die Wasserstraße passieren. Jede ernsthafte Störung dort könnte Preise, Lieferketten und Regierungen weit entfernt vom eigentlichen Konflikt beeinflussen.
Foreign Affairs schrieb, dass Irans Fähigkeit, die globale wirtschaftliche Stabilität zu bedrohen, Teheran selbst unter starkem Druck eine Form von Einfluss verleiht. Das bedeutet nicht, dass eine Eskalation der iranischen Bevölkerung zugutekäme. Es bedeutet vielmehr, dass die Regierung einen strategischen Wert darin sehen könnte, zu demonstrieren, dass sie auch außerhalb ihrer Grenzen Kosten verursachen kann.
Für Millionen Iraner könnte das Ergebnis noch größere Entbehrungen bedeuten. Für die globalen Märkte liegt die Gefahr in der Unsicherheit rund um eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt.
Der Kongress stellt sich gegen Trump
In Washington hat der Konflikt einen separaten Streit über die Befugnisse des Präsidenten ausgelöst.
Das Repräsentantenhaus verabschiedete am 3. Juni eine Resolution zu den Kriegsbefugnissen, wobei sich vier Republikaner den Demokraten anschlossen und dafür stimmten.
Laut CBS News bezeichnete Trump die Abstimmung, die darauf abzielte, die Beteiligung der Vereinigten Staaten im Iran-Konflikt zu beenden, als „unpatriotisch“. Die Resolution sollte militärische Maßnahmen beenden, sofern der Kongress diese nicht ausdrücklich genehmigt. Auch wenn sie weiterhin auf erhebliche Hürden stößt, stellte sie eine bedeutende Herausforderung für Trumps Umgang mit dem Krieg dar.
Trump erklärte auf Truth Social, die Abgeordneten handelten während sensibler Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts. Er bezeichnete die Abstimmung als bedeutungslos und sagte, diejenigen, die sie unterstützt hätten, sollten sich schämen.

Der Konflikt zeigt, dass die Iran-Krise längst nicht mehr nur eine außenpolitische Herausforderung ist. Sie ist zu einem Test für die Kontrollfunktion des Kongresses, die Machtbefugnisse des Präsidenten und die politische Loyalität im eigenen Land geworden.
Quellen: O2, CBS News, Foreign Affairs, Donald Trumps Beitrag auf Truth Social