Was es noch seltsamer macht: Seine Analogie ist falsch.
Der russische Präsident Wladimir Putin bot kürzlich eine ungewöhnliche Lektion an, um den Konflikt in der Ukraine zu erklären.
Im Gespräch mit einem Chinesischlehrer, der den Nordpol besucht hatte, verwies der russische Staatschef auf das Tierreich, wie The Moscow Times berichtete, zitiert von RBC-Ukraine.
Er beschrieb, wie Orcas mit Eisbären im gefrorenen Norden interagieren.
„Sie (Orcas) fressen diese Bären wie Kleinvieh. Ja … Sie greifen einfach in Pods an und zack – zerreißen sie in Stücke. Das ist alles sehr interessant. So eine Nahrungskette. Das muss man auch den Kindern erzählen, damit sie verstehen, in welcher Welt wir leben und warum wir die spezielle Militäroperation durchführen“, erklärte Putin, als der Pädagoge ihm von seiner Reise zum Nordpol berichtete, so der Bericht von The Moscow Times.
Fehlerhafte Nahrungskette
Der russische Staatschef machte nicht halt bei Meeresräubern. Er zitierte auch den Schriftsteller Jack London und bezog sich auf nordische Stammesbräuche, bei denen ältere Menschen den Wölfen überlassen wurden, weil die Stämme sie nicht mehr tragen konnten.
„Ja, das sieht alles ziemlich hart aus, aber so leben sie eben“, sagte Putin.
Seine Tiervergleiche hielten einer genaueren Betrachtung jedoch schnell nicht stand. Biologen weisen darauf hin, dass Orcas keine Eisbären jagen und keine bestätigten Fälle solcher Angriffe existieren, merkte RBC-Ukraine an.
Höchstens verwerten Eisbären gelegentlich Walkadaver, die von Orcas zurückgelassen wurden. Dieses Detail lässt die beabsichtigte Metapher für jeden, der versucht, den Bären als dominantes Raubtier darzustellen, nach hinten losgehen.
Kein Frieden in Sicht
Diese seltsamen Äußerungen erfolgen, während der Kreml diplomatische Gespräche ablehnt. Putin habe jüngst weitreichende Angriffe auf zivile Infrastruktur als „effektive und zeitgemäße“ Maßnahmen für seine Streitkräfte an der Front bezeichnet.
Der ukrainische Diplomat Sergiy Kyslytsya merkte an, dass der russische Staatschef auf öffentlichen Terror setze, anstatt auf echte Verhandlungen, in der Hoffnung, dass die Härten del Winters den Widerstand schwächen würden.
Gleichzeitig eskaliert die aggressive Rhetorik in Moskau weiter. Der russische Abgeordnete Alexei Schurawolew forderte kürzlich taktische Nuklearschläge gegen die Ukraine, um eine plötzliche Kapitulation zu erzwingen, was zeigt, wie weit politische Persönlichkeiten zu gehen bereit sind.