Die territoriale Kontrolle durch Bevölkerungsbewegungen ist für Moskau keine neue Taktik.
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In der Sowjetzeit verlegten die Behörden wiederholt Bürger zwischen Regionen, um die politische Kontrolle zu stärken und die Demografie in umkämpften Gebieten zu verändern.
Von den baltischen Staaten bis Zentralasien nutzte die UdSSR die Umsiedlung als Instrument, um ihren Einfluss zu sichern, Loyalität zu verankern und ihre Kontrolle über strategisch wichtiges Land zu festigen.
Nun, Jahrzehnte später, scheinen ähnliche Methoden wieder aufzutauchen, da Russland versucht, die Kontrolle über besetzte Teile der Ukraine zu festigen.
Umsiedlungsplan
Russland plant, bis 2045 fast 114.000 seiner Bürger in besetzte Gebiete der Ukraine umzusiedeln, wie aus Dokumenten hervorgeht, über die die Ukrainska Prawda unter Berufung auf WP berichtet.
Der Plan zielt auf Gebiete in Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson ab, die derzeit unter russischer Kontrolle stehen.
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Die Strategie scheint darauf abzuzielen, Moskaus Kontrolle über diese Gebiete über die militärische Präsenz hinaus zu stärken.
Kontrolle aufbauen
Den Dokumenten zufolge beabsichtigt der Kreml, die Umsiedlung mit groß angelegten Bauprojekten zu unterstützen.
Dazu gehören mehr als 13 Millionen Quadratmeter Wohnfläche, über 140 Kindergärten, Dutzende von Schulen und rund 100 medizinische Einrichtungen.
Die Pläne wurden von der staatlichen Gesellschaft VEB.RF zusammen mit dem russischen Institut für Raumplanung entwickelt.
Infrastruktur-Offensive
Transport und Logistik sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Strategie.
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Der Vorschlag umfasst den Bau oder die Modernisierung von mehr als 3.200 Kilometern Straßen und fast 430 Kilometern Eisenbahnlinien.
Weitere Projekte umfassen neue Bahnhöfe, Hafenanlagen und den Wiederaufbau von vier Flughäfen.
Wirtschaftliche Expansion
Russland will mit dem Programm auch Arbeitsplätze schaffen, wobei voraussichtlich mehr als 225.000 Menschen an den Projekten beteiligt sein werden.
Neben der Industrie hebt die Planung den Tourismus als zukünftigen Wachstumstreiber in den besetzten Gebieten hervor.
Der Kreml hofft, bis 2044 jährlich bis zu 9,4 Millionen Besucher anzuziehen.
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Fokus auf Tourismus
Mehrere Orte wurden als touristisch besonders attraktiv identifiziert, darunter Prymorsk und Henichesk.
Auch andere Gebiete wie Mariupol, Kyryliwka, Skadowsk und die Küste von Saporischschja werden als attraktive Ziele aufgeführt.
Der umfassendere Plan deutet auf eine Anstrengung hin, die besetzten Gebiete langfristig wirtschaftlich und sozial in Russland zu integrieren.
Quellen: Ukrainska Prawda, WP.