Er lobte die Russen, die spendeten.
Kriege verschlingen enorme Geldsummen und zehren die Reserven eines Landes oft schneller auf, als erwartet. Wenn das offizielle Staatsbudget unter der Last eines langen Konflikts zu leiden beginnt, wenden sich Regierungen manchmal an ihre eigenen Bürger, um die gewaltigen Finanzlücken zu schließen.
Geldsammlung bei den Bürgern
Der russische Präsident verkündete kürzlich einen massiven finanziellen Beitrag der einfachen Bevölkerung, wie ein von Onet zitierter Bericht der Moscow Times meldet.
Auf dem Forum „Alles für den Sieg“ lobte Wladimir Putin die Millionen von Bürgern, die sich engagieren, um die laufende Militärkampagne zu finanzieren.
Laut der Nachrichtenagentur Interfax behauptete er, die Menschen hätten freiwillig enorme Geldsummen übergeben. Die Spenden flossen über die All-Russian Popular Front.
„Sie haben über 20 Millionen Menschen um sich versammelt: Bürger der Russischen Föderation, und die Bürger haben Ihnen vertraut und fast 70 Milliarden Rubel für die spezielle Militäroperation überwiesen“, sagte Putin der Menge.
Ein explodierender Haushalt
Diese enorme Summe entspricht etwa 3,5 Milliarden Polnischen Zloty. Putin merkte an, dass diese zivilen Bemühungen dem Militär aktiv helfen, an den Frontlinien voranzukommen.
Doch hinter diesen stolzen Erklärungen verbirgt sich eine erschütternde finanzielle Realität. Der Staat verbraucht seine offiziellen Mittel in einem beispiellosen Tempo.
Jan Kluge, ein Forscher am Deutschen Institut für Internationale Sicherheitspolitik, hat kürzlich die Zahlen analysiert. Er stellte fest, dass die russischen Militärausgaben allein im ersten Quartal dieses Jahres einen Rekordwert von 5,9 Billionen Rubel erreichten.
Diese Zahl markiert einen Anstieg von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Erstmals seit Beginn des Konflikts verschlang das Militär 46 Prozent aller Bundesausgaben.
Weitere Finanzmittel finden
Im Grunde fließt fast die Hälfte jedes von der nationalen Regierung ausgegebenen Rubels direkt an die Streitkräfte. Und die Kosten steigen weiter.
Bloomberg berichtet, dass Moskau sich stillschweigend darauf vorbereitet, seine Verteidigungsausgaben noch weiter zu erhöhen. Der ursprüngliche Haushalt sah 12,9 Billionen Rubel für die Landesverteidigung vor, doch die tatsächlichen Kosten könnten bald auf fast 18 Billionen ansteigen.
Um dieses massive Defizit zu decken, suchen Beamte händeringend nach Lösungen. Quellen teilten Bloomberg mit, dass die Regierung Ausgaben für zivile Alltagsprogramme kürzen, Notreserven anzapfen und noch mehr Geld leihen könnte.
Quellen: The Moscow Times, Interfax, Onet